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... wir haben es getan : Selbstporträts in Tagebüchern und Briefen 1939 - 1945 / Hermann Langbein
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habhaft geworden. Sie treiben sich jetzt wohnungs- und anmeldungs- los in Berlin herum und bilden natürlich für die Öffentlichkeit eine große Gefahr. Ich ordne an, daß Polizei, Wehrmacht und Partei alles daransetzen, diese Juden möglichst schnell dingfest zu machen.

Die Verhaftung von Juden und Jüdinnen aus privilegierten Ehen hat besonders in Künstlerkreisen stark sensationell gewirkt. Denn gerade unter Schauspielern sind ja diese privilegierten Ehen noch in einer gewißen Anzahl vorhanden. Aber darauf kann ich im Augen- blick nicht übermäßig viel Rücksicht nehmen. Wenn ein deutscher Mann es jetzt noch fertigbringt, mit einer Jüdin in einer legalen Ehe zu leben, dann spricht das absolut gegen ihn, und es ist im Kriege nicht mehr an der Zeit, diese Frage allzu sentimental zu beurteilen.

Goebbels handelte keineswegs eigenmächtig.

9. März 1943:

... In der Judenfrage billigt er(Hitler) mein Vorgehen und gibt mir ausdrücklich den Auftrag, Berlin gänzlich judenfrei zu machen. Ich werde schon dafür sorgen, daß zwischen den Berliner Juden und den ausländischen Arbeitern kein Konkubinat eingegangen wird...

15. März 1943:

...Man kann Juden überhaupt nicht über den Weg trauen. Ich betone dem Führer gegenüber noch einmal, daß ich es für notwendig halte, die Juden so schnell wie möglich aus dem ganzen Reichsgebiet herauszubringen. Er billigt auch dies Vorgehen und gibt mir den Auf- trag, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis kein Jude sich mehr im deutschen Reichsgebiet befindet.

Nicht nur die Beschleunigung der Judendeporta- tion aus Berlin lag Goebbels sosehr am Herzen:

21. April 1942:

Wegen des Eisenbahnattentats am 16. ds. Mts. hat der Militärbe- fehlshaber in Frankreich verschärfte Maßnahmen ergriffen. Drei- Big anstatt, wie ursprünglich beabsichtigt, zwanzig Geiseln (Juden und den Tätern nahestehende Personen) sollen erschossen wer- den. Wenn innerhalb von drei Tagen die Täter nicht gefaßt werden, sollen weitere 80 Erschießungen folgen, ferner Deportation von 1000 Juden und Kommunisten(statt zuerst beabsichtigter 500) nach dem Osten...

22. April 1942:

...In der Nacht ist wiederum ein Attentat gegen einen deut- schen Gefreiten in Paris verübt worden, das tödlich ausging. Die dar- aufhin angewandten Repressalien sind sehr streng. Es werden zehn Geiseln erschossen, 500 Kommunisten, Degaullisten und Juden in ein östliches Arbeitslager verfrachtet, und die Polizeistunde wird merkbar

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