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man SS-Arzt war; denn es wird nicht gefragt, ob man, wie es bei mir tatsächlich der Fall ist, durch die NSDAP seine Stellung verloren hat, und der Partei durch die Veröffentlichung meiner Arbeit über die Ver- erbung erworbener Eigenschaften in weltanschaulicher Hinsicht einen der allerschwersten Schläge versetzt hat.
7.8.1945:
Das Schippen, zu dem sich auch Kurz und Sprenger eingefunden hatten, verlief heute abend ohne bemerkenswerte Einzelheiten. Zum Schluß erhielt jeder eine Bescheinigung, welche gut aufgehoben wer- den soll. Wie ich mich erkundigte, findet für uns das Schippen dreimal in der Woche, d. h. jeden 2. Abend, statt. Es handelt sich um die Auf- räumungsarbeiten am Servatiiplatz.
9. 8. 1945:
Frau Glaser kehrt aus dem Sauerlande mit ihren Sachen zurück. Auch ihr sind viele wertvolle Gegenstände, z. B. Fuchspelz, Schuhe usw. von den dort hausenden Polen entwendet worden. Meine Krank- heit hält mit unverminderter Heftigkeit an, so daß ich heute nicht zum Schippen gehen konnte. Die ganze rechte untere Körperregion zeigt einen starken Ausschlag. Abends ist auch leichtes Fieber fest- stellbar.
10. 8. 1945:
Wurde heute an der Warendorferstraße von der Militärbehörde wegen meiner Zugehörigkeit zur SS zu Protokoll verhört. Trotz meiner schweren Krankheit mußte ich dort stundenlang warten. Es wurde mir zum Schluß eröffnet, daß ich mich Sonntag um 9 Uhr bei den Engländern in der Wülnerstraße vorstellen müsse. Vohsholt war auch zugegen, und er sagte mir, daß er sich vom Amtsarzt in der Borchardstraße einen Krankenschein habe ausstellen lassen. An- schließend bin ich dann ebenfalls dorthin gegangen. Der Amtsarzt, ein früherer Student von mir, stellte mir auch sofort ein Zeugnis aus, das mich für den Monat August vom Schippen dispensierte. Er hielt den Hautausschlag für Gürtelrose. Zuhause angelangt bestätigte mir das der hiesige Hautarzt, College Wuchpfennig, der sämtliche Be- schwerden darauf zurückführte. So hatte ich wenigstens die Beruhi- gung, daß meine Befürchtung, es könnte sich um eine schwere Nie- rengeschichte handeln, sich nicht erfüllte. Gegen den Hautausschlag verschrieb er mir Trockenbehandlung mit Puder.
11. 8. 1945:
Frau Glaser hat heute den SS-Dolch, der gestern von der Behörde reklamiert wurde, dort abgegeben. Meine Krankheit hat sich etwas ge- bessert, doch ist der Appetit noch sehr gering. In der Nacht habe ich gegen die Schmerzen Schlafmittel brauchen müssen. Meine Befürch- tung, daß meine bei meiner Schwester in H[...] untergestellten Sachen auch durch die Amis geraubt worden seien, hat sich leider
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