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... wir haben es getan : Selbstporträts in Tagebüchern und Briefen 1939 - 1945 / Hermann Langbein
Entstehung
Seite
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erkannt haben, daß die Methoden der Nationalsozia- listen, die er so genau kennengelernt hat,unmensch- lich und grausam waren. Selbst aus diesem letzten Brief ist eine solche Erkenntnis beim besten Willen nicht herauszulesen. Freilich ist er bereits am Beginn des Jahres 1942 geschrieben worden. Darum sei noch ein Brief aus dem Jahr 1943 wiedergegeben.(Damals hatte man diese Vernichtungsaktion in den Konzen- trationslagern bereits eingestellt.)

U, den 7. April 1943 (Mittwoch) ... Der Brief von Herrn Blankenburg, die Antwort auf meine vor ca. 14 Tagen abgesandteMeldung(noch nicht die Antwort auf meinen 2. Brief betr.‚Bescheinigung) lautet wir folgt:

Werner Blankenburg Berlin, den 1. April 1943 Berlin W 8 Voßstr. 4 Lieber Dr. Mennecke!

Ich habe mich gefreut, einmal wieder von Ihnen einige Zeilen zu er- halten. Besonders freut es mich, daß es Ihnen gut geht und Sie sich bei Ihrer Arbeit wohlfühlen. Bei uns läuft alles seinen alten Gang. Wir harren der Dinge, die da kommen sollen. Die Feldpostnr. von Herrn Brack ist 46.000. Von Dr. Hefelmann:(leider ausgelassen, Irrtum!)

Herzliche Grüsse!

Heil Hitler! gez. Blankenburg

Ja Liebling, das beweist mir doch, daß meine Beziehungen zu Berlin leben und sich erhalten; das ist sehr wichtig! Die F.P.Nr. von Dr. Hefelmann sollte wohl noch eingesetzt werden, was aber leider nicht geschehen ist; vielleicht erfahre ich sie durch Herrn Brack, dem ich bald schreiben werde...

Es besteht kein Anlaß, anzunehmen, daß Dr. Men- necke schlechter oder besser, ehrgeiziger und skrupel- loser oder von moralischen Bedenken stärker gehemmt gewesen wäre als seine Kollegen. Er war keiner der großen, leitenden Organisatoren derEuthanasie-Ak- tion, sondern nur einer von vielen Ärzten.

Die Briefe haben die Persönlichkeit Dr. Menneckes charakterisiert. Sein weiteres Schicksal sei kurz ge- schildert: Nach Beendigung des Krieges verhaftet, hat Mennecke seine Schuld nicht abgestritten. Am 12. De- zember 1946 wurde er in Frankfurt am Main gemein-