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Ostens, um an der Bergung unserer Verwundeten in Eis und Schnee zu helfen. Es sind Ärzte, Bürokräfte, Hadamar- u. Sonnenstein-Pfle- ger und Pflegerinnen dabei, ein ganzes Kommando von 20— 30 Perso- nen! Das ist streng geheim! Nur diejenigen, die zur Durchführung der dringendsten Arbeiten unserer Aktion nicht entbehrt werden können, sind nicht mitgenommen. Prof. Nitsche sprach zu mir auch hiervon und bedauerte ganz besonders, daß uns auf dem Eichberg dadurch die Aus- hilfspfleger und Pflegerinnen so schnell wieder weggenommen seien. Aus diesem Anlaß ist auch die große Sitzung vom 18.1. auf den 6.2. verlegt worden, da bis dahin die Hilfsaktion im Osten beendet sein wird. pp. Ich sprach mit Nitsche über einige anstaltsorganisatorische An-
gelegenheiten geringerer Bedeutung u. betonte, daß ich jetzt erst mal wieder zu meiner Anstalt zurückfahren möchte, was er durchaus für richtig hielt u. gut hieß. Wir vereinbarten dann, daß ich Jauer um 14 Tage verschöbe. Wir kamen bei unserer Unterhaltung auch hierüber wieder hinweg; jedenfalls überließ mir Nitsche völlig freie Hand mit der Bearbeitung der Ks’s, die jetzt nicht mehr so dringend sei. Er sprach davon, daß ich ja dann auch noch in alle die anderen KZ’s müßte und daß ich die KZ-Bearbeitung zunächst nur ruhig als meine Spezialauf- gabe betrachten solle. Ich werde ihm aber nun morgen früh sagen, daß ich jetzt doch lieber erst wenigstens Gr.-Rosen noch fertigmachen will, zumal ich schon für den„16.—19. 1.“ angekündigt bin und weil ich jetzt einmal hier im Osten bin...“
Herzlichste und innigste Grüße mein bestes,
goldiges Muttchen
Dein treuer Fritz
Aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen braucht Dr. Mennecke seiner Frau nicht zu schreiben; sie ist ja bei ihm, sie hilft dort ihrem Pa. Auch aus den Konzen- trationslagern Flossenbürg und Auschwitz, wo er eben- falls selektiert hat, fehlen Briefe.
Dr. Fritz Menneckes Briefe erzählen uns unbeab- sichtigt, wie damals von deutschen Ärzten gearbeitet wurde, als der Staat von ihnen verlangte, statt zu hel- fen und zu retten, zu töten. Freimütig schildert der Schreiber all die Gedanken und Gefühle, die ihn wäh- rend dieser so ungewöhnlichen Betätigung bewegt ha- ben; denn die Briefe an seine Frau— die ja zeitweise auch seine Mitarbeiterin und daher ebenfalls Geheim- nisträgerin war— geben den Eindruck, daß er weder Tatsachen noch Gefühle verschweigt.
Der letzte Brief trägt bereits ein Datum mit der Jah- reszahl 1942. In diesem Jahr will Dr. Mennecke— wie er dann später seinem Untersuchungsrichter schrieb—
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