Heyde will mir Gorgass aushilfsweise abgeben als vorläufigen Ersatz für Coulon. Heyde sprach sich sehr zufriedenstellend und anerken- nend über meine Mitwirkung aus. Im Januar werden wir beide(Du u. ich) im Männer-K.Z.-Gr. Rosen b/Jauer/i./Schl. arbeiten. Dort sollen 1.000 Häftlinge in Frage kommen... Heyde sagte überhaupt, ich könnte dauernd eingesetzt werden, was ich jedoch sehr höflich abgelehnt habe. Ich habe manchen interessan- ten dienstlichen Punkt mit ihm besprochen; er war sehr, sehr freund- lich. Desgleichen Nitsche. Da Herr Dr. Schmalenbach heute noch nicht verfügbar u. Dr. Wischer noch außerhalb ist, konnte ich mich allein selbständig machen. Ich verabschiedete mich um%/ıllh... und fuhr um 12,50h ab, 14,51h hier... und ging ins Hotel Mecklenburger Hof, wo von Berlin aus Zimmer bestellt waren... Dann machte ich mich gleich auf zum KZ... erreichte es dann doch um 16,30 h. Dort sprach ich zuerst mit dem Adjutanten, einem SS- Untersturmführer, der mich dem Lagerkommandanten, Sturmbann- führer Koegel, anmeldete. Ich erfuhr schon bei dem Adjutanten, daß nur 259 Häftlinge in Frage kommen, die von Gr.F.SS für die Unter- suchung und Begutachtung vorgesehen seien. Also nur höchstens 2 Tage für 2 Mann(Schmalenbach+ ich) Arbeit... Ich werde nun morgen früh gleich nach 8h die Tiergartenstraße anrufen u. von der Sachlage berichten. Eventl. braucht dann sogar auch Herr Schmalenbach, der per Auto kommen will, nicht erscheinen. Ich kann alles allein machen und ich bin dann auch am Sonnabend fertig, um eventl. dann gleich nach Weimar zu fahren; dort soll es mehr sein nach hiesiger Information, sodaß wir in Buchenwald wohl zu Dritt arbeiten werden. Dr. Wischer braucht hierher nicht mehr zu kommen. Es wird sich vielleicht morgen früh bei meinem Anruf in Berlin schon alles klären... Fürstenberg, d. 20. 11. 41 Meine liebste Mutti! Es ist 17,45 h, ich habe mein Tagwerk vollbracht und sitze wieder im Hotel. Das Ergebnis meiner heutigen Arbeit sind 95 Bögen. Da bei einer nochmaligen Besprechung mit dem Lagerarzt, SS-Obersturmfüh- rer Dr. Sonntag, und dem Lagerkommandanten, SS-Sturmbannführer Koegel, die Anzahl der in Frage kommenden nach meinen grundsätz- lichen Erfassungsausführungen noch um etwa 60 70 erweitert wird, so werde ich etwa bis Montag einschl. zu tun haben. Ich habe heute morgen um 8,15 h mit Prof. Heyde telephoniert und ihm gesagt, daß ich es hier allein schaffen würde. Daraufhin ist heute dann auch nie- mand erschienen, Dr. Schmalenbach braucht also nicht zu kommen. Ich habe nun mit Heyde vereinbart, daß ich nach Beendigung meiner hie- sigen Arbeit wieder nach Berlin komme, um dort dann den Einsatz in Buchenwald zu besprechen. Du kannst ruhig nach Weimar, hauptpost- lagernd, schreiben. Ich werde wohl am Dienstag früh nach Bln fahren u. noch am selben Tage nach Weimar weiterfahren. Die Arbeit 24