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Universität Greifswald. 1943 wurde er geschäftsführender Direktor des auf seine Initiative gegründeten„Oder-Donau-Instituts“. Das Institut hatte die Auf- gabe, genaue Unterlagen über die Wirtschaft Südeuropas in Form„vertraulicher Berichte“ zur besseren Versorgung der faschistischen Wehrmacht zu beschaffen.
Mit einer großen Anzahl von Aufsätzen und Büchern unterstützte Seraphim die faschistische Rassentheorie. 1938 veröffentlichte er ein groß aufgemachtes antisemitisches Werk:„Das Judentum im osteuropäischen Raum”. In diesem Buch nimmt er zur gesamten jüdischen Bevölkerung im osteuropäischen Teil der Sowjetunion, in Polen, Lettland, Litauen, Ungarn, Rumänien und in derÖSR Stellung. Statistiken gaben darüber Auskunft, wie sich die jüdische Bevölkerung altersmäßig, sozial und beruflich zusammensetzte. In umfangreichem Karten- material wurde der genaue„Standort“ der Juden festgestellt. Seraphim lieferte damit detaillierte Unterlagen zur„Endlösung der Judenfrage”. Mit diesem Buch hatte er sich als Experte für„jüdische Probleme“ qualifiziert und hielt als einer der ersten am neugegründeten„Institut für deutsche Ostarbeit“ in Krakau einen Vortrag über„Die Juden in Polen”. Er beeinflußte wesentlich den Charakter dieses Instituts, dessen Präsident der Kriegsverbrecher Hans Frank war. Als 1941 das„Institut zur Erforschung der Judenfrage“ von Alfred Rosenberg als Außenstelle der„Hohen Schule der NSDAP“ in Frankfurt/M. gegründet wurde, trug Seraphim als Korrespondierendes Mitglied dieses Instituts auf einer Arbeitstagung(26. bis 28. März 1941) seine Thesen zur Judenfrage vor. Hier prägte er den Begriff„jüdischer Volkstod“ und bot drei Thesen zur Durch- setzung seiner Theorie an:
1. Die Dissimilierung ohne räumliche Ausgliederung aus dem Gastvolk.
2. Die Ghettoisierung in einem Teil Europas.
3. Ihre Entfernung aus Europa durch eine planmäßige Umsiedlungsaktion.
Bei der Begründung seiner Thesen ging Seraphim von der wirtschaftlichen Überlegung aus, daß„in Osteuropa... der Jude durch Rechtsprechung und Verwaltungsmaßnahmen in dem Tempo in den Städten durch Nichtjuden zu er- setzen sei, als qualifizierte Nichtjuden für diesen Einsatz zur Verfügung stehen. („Weltkampf“, 1941, 1/2, S. 44 f.)
Alle diese Pläne gingen von der Überlegung aus, die Juden zu beseitigen und leisteten ihrer physischen Vernichtung Vorschub.
1941 arbeitete Seraphim als Oberkriegsverwaltungsrat der Rüstungsinspek- tion Ukraine an der„Endlösung der Judenfrage” mit. Zur gleichen Zeit war er Chefredakteur der Zeitschrift„Weltkampf“, dem zentralen Organ des Anti- semitismus in Deutschland.
Seraphim gehört wie Globke zu jenen Schreibtischmördern, die in Bonn straf- frei ausgehen. Bis heute hat er sich noch nicht von seinen antisemitischen Theo- rien und Praktiken distanziert. In seiner Funktion als Studienleiter hat er maß‘ geblichen Einfluß auf die Erziehung der künftigen Beamten des Bonner Staates.
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