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VORWORT
Im Mai 1965 jährte sich zum 20. Male der Tag der Befreiung der Menschheit von den Schrecken des Krieges und der faschistischen Barbarei.
Der opferreiche Kampf der in der Anti-Hitler-Koalition vereinten Völker, des- sen Hauptlast die Sowjetunion trug, endete mit der völligen Niederlage des faschistischen Aggressors, mit dem totalen Zusammenbruch eines Systems, das durch eine Kette von Angriffsakten und militärischen Überfällen, durch eine Herrschaft des Terrors und der Willkür, durch Massenmorde und schwerste Kriegsverbrechen den Tod von 55 Millionen Menschen verschuldete.
Der Begriff„Kriegs- und Naziverbrechen” war zum Synonym für Völker- mord, Barbarei und Sadismus geworden, und die Regierungen der Anti-Hitler- Koalition drückten das Empfinden und die Forderungen der ganzen friedlieben- den Menschheit aus, als sie in der Krim-Deklaration verkündeten:
„Es ist unser unbeugsamer Wille, den deutschen Militarismus und National- sozialismus zu zerstören und dafür Sorge zu tragen, daß Deutschland nie wie- der imstande ist, den Weltfrieden zu stören. Wir sind entschlossen, alle Kriegs- verbrecher vor Gericht zu bringen und einer schnellen Bestrafung zuzufüh- ten...
Die DDR machte die Ziele der antifaschistischen Widerstandsbewegung und der Anti-Hitler-Koalition, die im Potsdamer Abkommen ihren Ausdruck fanden, zur Richtschnur ihres Handelns. Aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens wurden jene Kräfte entfernt, die den zweiten Weltkrieg vorbereiteten und die Völker Europas in Krieg und Elend stürzten. Das lag ebenso im Interesse des Friedens und der Sicherheit der europäischen Nachbarvölker als im Interesse des deutschen Volkes.
Die DDR erfüllte den Auftrag des deutschen Volkes und der Völker der Welt, alle Kriegs- und Naziverbrechen zu ahnden und gerecht zu sühnen. In der Zeit vom Mai 1945 bis Dezember 1964 wurden in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR insgesamt
16 572 Personen wegen Beteiligung an Verbrechen gegen den Frieden und
die Menschlichkeit und wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Davon wurden 12 807 verurteilt, 1 578 freigesprochen. Die Verfahren gegen


