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Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
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305
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dem Goebbels-Ministerium und dem faschistischen Auswärtigen Amt zusam- men.

Da Mehnert in einigen taktischen Fragen des Kampfes gegen den Sozialis- mus und vor allem gegen die Sowjetunion andere Auffassungen hatte, fiel er zeitweilig bei den faschistischen Machthabern in Ungnade. Doch bald wieder wurde er zu einem wertvollen Propagandisten des faschistischen Deutschlands. In einem Schreiben des faschistischen Auswärtigen Amtes vom 19. Februar 1942 heißt es:Klaus Mehnert... ging im Zusammenhang mit den gegen ihn ge- richteten Vorwürfen ins Ausland. Dort hat er in hohem Maße für uns gearbei- tet.(Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Botschaft China, Nr. 2072)

Mehnert arbeitete als Korrespondent für extrem faschistische Blätter wie Angriff undBraune Post. Im Jahre 1941 wurde er an die Botschaft Shanghai in die Informations- und Propaganda-Abteilung berufen. Auch die Gestapo wußte seine Arbeit für den deutschen Faschismus zu würdigen. Legationssekre- tär Baßler schrieb am 19. Februar 1942:Wie ich von der Abteilung Inf. hörte, sind von der Geheimen Staatspolizei gegen seine Betätigung bei unserer Mis- sion keine Bedenken erhoben worden.(Ebenda)

Mehnert entwickelte sich mehr und mehr zu einem Vertrauensmann des faschistischen Auswärtigen Amtes im Fernen Osten.Da der Zweck der Tätig- keit von Klaus Mehnert bei der Informationsabteilung darauf gerichtet war, der englischen und amerikanischen Propaganda entgegenzuarbeiten und für den deutschen Standpunkt zu werben, kann jetzt... eine so hochqualifizierte Kraft wie Klaus Mehnert zweckmäßiger eingesetzt werden.(Ebenda)

Als der kühne antifaschistische Kundschafter, der Vertreter derFrankfurter Zeitung, Dr. Richard Sorge, in Japan verhaftet wurde, suchte die oberste Nazi- Führung einen zuverlässigen Nationalsozialisten für diesen Korrespondenten- posten er hieß Klaus Mehnert. Im April 1942 wurde er im Einverständnis mit demReichspressechef und der besonderen Fürsprache des Auswärtigen Amtes zum Ostasienkorrespondenten derFrankfurter Zeitung ernannt und blieb gleichzeitig faschistischer Propagandaspezialist in der Shanghaier Ver- tretung des Ribbentropschen Auswärtigen Amtes.

Für seine Verdienste als Vertrauensmann des faschistischen Auswärtigen Amtes und als Goebbels-Journalist wurde Mehnert noch am 5. März 1945auf Vorschlag des Reichsaußenministers mit dem Kriegsverdienstkreuz dekoriert.

Mehnert nutzte seine im Sold der Nazi-Führung gesammelten Erfahrungen besonders zur Unterstützung der neokolonialistischen Politik des westdeutschen Imperialismus in den jungen Nationalstaaten Asiens.