Raschhoter Hermann
heute:
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DIE RECHTE HAND DES KRIEGSVERBRECHERS-ERANE
Stellvertretender Vorstand des Instituts für Völkerrecht und internationale Beziehungen der Universität Würzburg und Mitglied des Bremischen Staats- gerichtshofes; Leiter des„Rechts- und Staatswissenschaftlichen Arbeitskreises’ im Collegium Carolinum— einem Zentrum der imperialistischen Ostforschung und eine Einrichtung der„Sudetendeutschen Landsmannschaft“
Raschhofer war einer der engsten Mitarbeiter des„Staatsministers für Böhmen und Mähren und Reichsprotektors” K.H. Frank. Vielfältige Veröffentlichun- gen über Fragen des Nationalitätenrechts und der nationalen Minderheiten, vor allem in der CSR und in Osteuropa, mit denen Raschhofer seit Ende der zwan- ziger Jahre in Erscheinung trat, galten als beste Empfehlung für diese Tätig- keit. Damals wurde er zu einem der wichtigsten Propagandisten des Faschismus in Österreich und der Henlein-Bewegung im Sudetenland. Nach 1939 wurde er auf persönlichen Wunsch Franks an die Karls-Universität berufen und dort 1940 als Direktor des Instituts für Völkerrecht und Reichsrecht eingesetzt.
Raschhofer bemühte sich, in seiner Arbeit für Frank die völkerrechtlichen Grundlagen zur Vernichtung des tschechoslowakischen Staates und seiner end- gültigen Einverleibung in das faschistische Deutschland zu schaffen. Auch für die Regierung des Satellitenstaates Slowakei verfaßte er völkerrechtliche Arbei- ten, u. a. für„Staatspräsident“ Tiso.
Im August 1941 erhielt Raschhofer von seinem Duzfreund Frank folgende Beurteilung, die als Begründung für die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes geschrieben wurde:„Raschhofer zeichnet sich als Völker- und Staatsrechtler durch eine umfangreiche publizistische Tätigkeit aus und hat wertvolle Bei- träge nicht nur zur Auseinandersetzung mit der Feindpropaganda, sondern auch zur Bekämpfung der tschechoslowakischen Staats- und Geschichtsauffassung geliefert.“(Zentrales Staatsarchiv der CSSR, Prag)
In den Jahren 1942/43 gehörte Raschhofer der berüchtigten Einheit„Berg- mann” an, die unter Führung Oberländers stand, mit dem Raschhofer seit län- gerer Zeit bekannt war.(Über Oberländer siehe Kapitel: Die Verfechter der westdeutschen Revanchepolitik). Diese Sondertruppe wurde zu Diversions- akten im sowjetischen Hinterland und zu Massenhinrichtungen der sowjeti- schen Zivilbevölkerung eingesetzt.
1943 erhielt Raschhofer von Rosenberg den Auftrag, ein Studienmaterial über die bisherige Ostpolitik der faschistischen Besatzungsbehörden auszu- arbeiten. In diesem Material ging Raschhofer davon aus, daß die Vergrößerung des„deutschen Lebensraumes” gesichert werden müßte. Um den Widerstand der unterjochten Völker abzufangen, empfahl Raschhofer demagogischere Metho- den in der Besatzungspolitik.


