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Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
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FTD rn lands verliehen. Erst nachdem Prof. Jürgen Kuczynski aus der DDR am Dir! 19. März 1964 als Gutachter im Frankfurter Auschwitz-Prozeß die maßgebliche Wal Mitschuld Bütefischs an der Ermordung vieler Tausend jüdischer Menschen hen

j nachwies, und auf Grund der Massenproteste im In- und Ausland wurde die Verleihung am 25. März 1964 rückgängig gemacht.

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Heinrich Bütefisch gehörte zu den einflußreichsten IG-Farben-Vertretern im faschistischen Staat. Er war Mitglied des Vorstandes und des Technischen Aus- schusses, Stellvertreter des Leiters der Sparte I der IG-Farben(Chemikalien, Spreng- und Kunststoffe). Bütefisch vertrat den IG-Farben-Konzern in den Auf- sichtsräten und Vorständen zahlreicher in- und ausländischer Unternehmen auf dem Gebiet der chemischen und Bergwerksindustrie.

Im faschistischen Staatsapparat fungierte er als Mitarbeiter des General- bevollmächtigten für die chemische Erzeugung und als Produktionsbeauftrag- ter für Öl des faschistischen Rüstungsministeriums.

Als SS-Obersturmbannführer, ranggleich mit dem KZ-Kommandanten von Auschwitz, Höß, vertrat Bütefisch den IG-Farben-Konzern imFreundeskreis des Reichsführers SS. In dieser Eigenschaft führte er, der gleichzeitig haupt- verantwortlich für den Syntheseteil des IG-Farben-Werkes Auschwitz war, die grundlegenden Verhandlungen mit dem SS-Obergruppenführer Wolff über die

t Bedingungen des Häftlingseinsatzes in Auschwitz. So legten sie beispielsweise

den Preis für den gelernten Häftling auf 4 RM und für den ungelernten auf

3RM fest.(Siehe Tafel 8)

Als Verantwortlicher für den Syntheseteil des IG-Werkes besuchte Bütefisch Auschwitz mehrmals. Er erhielt Kenntnis von allen das Auschwitzer Werk be- treffenden Angelegenheiten. In seiner Erklärung unter Eid(NG IG-Farben- Prozeß NI 4182) bestätigte er, daß die Programme über die Errichtung des IG- eigenen KZ Monowitz von ihm bestätigt und weitergereicht wurden. Er war ebenfalls über die umfangreiche finanzielle und materielle Unterstützung des KZ Auschwitz durch die IG informiert.

Hitler ernannte ihn 1939 zum Wehrwirtschaftsführer und verlieh ihm später dasRitterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz.

k Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß des amerikanischen Militärtribu- nals gegen die IG-Farben erhielt er lediglich eine sechsjährige Gefängnisstrafe, | die auch er auf Fürsprache der Bonner Regierung nur zum Teil zu verbüßen brauchte, um als Rüstungsfachmann in der bundeseigenen Ruhrchemie AG zur | Verfügung zu stehen.