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Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
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diese Menschen noch weit mehr ausgebeutet werden können als die aus den westlichen europäischen Ländern verschleppten Zwangsarbeiter, spiegelt sich auch in einer von den IG-Farben erlassenen Weisung wider:

Russische Frauen können ohne weiteres an Männerarbeit gestellt werden, wie überhaupt irgendwelche Rücksichten auf Schutzbestimmungen der Arbeits- zeit oder Gewerbeordnung unangebracht sind.(Archiv des VEB Filmfabrik Wolten, Bestand: IG-Farben)

Nach der Niederlage der Hitler-Truppen im Dezember 1941 vor Moskau wurde der Schrei der Konzernherren nach Arbeitskräften immer lauter. Die deutschen Imperialisten machten sich jetzt Gedanken, wie sie die Arbeitskraft der sowjetischen Menschen, insbesondere der Kriegsgefangenen, besser aus- nutzen können.

In einem Aktenvermerk vom 20. Februar 1942 des Ministerialdirektors des Reichsarbeitsministeriums, Dr. Mansfeld, heißt es:

Die gegenwärtigen Schwierigkeiten im Arbeitseinsatz wären nicht entstan- den, wenn man sich rechtzeitig zu einem großzügigen Einsatz russischer Kriegs- gelangener entschlossen hätte. Es standen 3,9 Millionen Russen zur Verfügung. Davon sind nur noch 1,1 Millionen übrig.(Beweisdokumente für die Spruch- gerichte in der Britischen Zone, 15. Mai 1946, Dok. Nr. 84)

Über die Auswirkungen der grausamen Ausbeutung sowjetischer Menschen in den Krupp-Werken sagte Dr. W. Jäger in Nürnberg unter Eid aus:

Der Versorgungsplan schrieb eine kleine Menge Fleisch pro Woche vor. Dafür durfte nur Freibankfleisch verwendet werden, welches entweder pterde- tuberkulöses oder vom Tierarzt verworfenes Fleisch war.... Flecktyphus war auch unter diesen Arbeitern verbreitet. Läuse, die Träger dieser Krankheit, zu- sammen mit unzähligen Flöhen, Wanzen und anderem Ungezieter plagten die Insassen dieser Lager. Als Ergebnis der schmutzigen Zustände in diesen Lagern hatten fast alle Ostarbeiter Hautkrankheiten. Die mangelnde Ernährung ver- ursachte Fälle von Hunger-Ödem, Nephritis und Shighekruse.(IMT, Bd. Ill, 5.495)

Mit welchen bestialischen Methoden ausländische Zwangsarbeiter von Rüstungsindustriellen zu Tode geschunden wurden, kam auch in dem von ihnen angewandten Strafsystem zum Ausdruck. Das vom Graetz-Konzern während des 2. Weltkrieges entwickelte und praktizierte betriebseigene Strafsystem er- möglichte dem Konzern die Ausplünderung der Zwangsarbeiter und Juden bis zur völligen physischen Erschöpfung. Folgende Strafen sah dieser Konzern, dessenBetriebsführer Erich Graetz von Hitler zumWehrwirtschaftsführer ernannt worden war und in dessen Aufsichtsrat die Deutsche Bank vertreten war, vor:

Ordnungsübung nach der Arbeitszeit, Zuteilung zum Straftrupp nach der Arbeitszeit, Entziehung der Mittagsverpflegung bis zu 3 Tagen, Dunkelhaft bei