Wasser und Brot ohne Schlafgelegenheit, Verbot von ärztlicher Betreuung.“ (Archiv des VEB Werk für Signal- und Sicherungstechnik, Berlin-Treptow, Bestand: Graetz-Konzern)
Oftmals wandten die Rüstungsindustriellen zur Einschüchterung der aus- ländischen Zwangsarbeiter die Prügelstrafe an. Außerdem waren diese Ar- beiter der„...ständigen Aufsicht der Gestapo und der SS unterworfen, und wenn sie versuchten, ihre Arbeitsstellen zu verlassen, wurden sie in Erziehungs- oder Konzentrationslager überführt“.(IMT, Bd. I, S. 276)
Der Hescho-Konzern in Hermsdorf/Thür., dessen Belegschaft zu 53 Prozent aus ausländischen Zwangsarbeitern bestand, übergab ständig deutsche und ausländische Arbeiter der Gestapo, um die„Betriebsruhe“ zu wahren und jeden Willen zum Widerstand zu brechen. Die Rüstungsindustriellen fürchteten die Solidarität der deutschen mit den ausländischen Arbeitern. In Betriebsbekannt- machungen drohten sie deutschen Arbeitern mit Schwerststrafen und in vielen Fällen sogar mit der Todesstrafe.(Siehe Tafel 7, Archiv des VEB Galvanik Leipzig, Bestand: Langbein Pfanhauser Werke AG und Archiv des VEB Kera- mische Werke Hermsdorf, Bestand: Hescho-Konzern)
Die Großindustriellen schreckten nicht davor zurück, auch Kinder nach Hitler-Deutschland zu deportieren, um sie der Rüstungsproduktion nutzbar zu machen. Weil das faschistische Regime für polnische und russische Kinder einen Kinderschutz ausschloß, wurde die Kinderarbeit zum lukrativsten Geschäft überhaupt. Viele Konzerne forderten Kinder an und führten sie unter Angabe ihrer Tätigkeitsbereiche in den Personalakten. So befanden sich z.B. beim Hescho-Konzern, der aufs engste mit der AEG und Siemens liiert war, Kin- der im Alter von 8 Jahren. Für sie wurde ein Stundenlohn von 11 Pfennig festgelegt.(Siehe Tafel 6, Archiv des VEB Keramische Werke Hermsdorf, Bestand: Hescho-Konzern) Der Reingewinn des Hescho-Konzerns erhöhte sich auf diese Weise von 774000 RM im Jahre 1938 auf 10,4 Millionen RM im Jahre 1942.
Viele Kinder, die mitihren Müttern oder auch getrennt von ihren Eltern nach Deutschland deportiert waren, wurden Opfer der deutschen Konzernherren. Sie starben an den Folgen unmenschlicher Ausbeutung und Mißhandlung.
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Ein besonders enges Verhältnis hatten die deutschen Rüstungsindustriellen zur SS, die vom alliierten Militärgerichtshof in Nürnberg zur„verbrecherischen Organisation“ erklärt wurde. Der„Freundeskreis des Reichsführers SS“, Himm- ler, der auf ihre Initiative geschaffen wurde, vereinte u. a. Vertreter folgender Konzerne:


