u
schleppt, viele Hunderttausend von ihnen geschunden, erschlagen, erschossen und vergast. Das umfangreiche Beweismaterial über die schrankenlose Aus- beutung und Unterdrückung ausländischer Zwangsarbeiter durch die deutschen Konzerne veranlaßte den Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zu der Schlußfolgerung:„Die Verschleppung zur Sklavenarbeit war vielleicht das schrecklichste und größte Sklavenunternehmen der Geschichte.“(IMT, Bd. IL, 5.164)
Für die ungeheuren Verbrechen der Massendeportation von Millionen Men- schen wurde Reichsstatthalter Fritz Sauckel, Gauleiter und General der SS, „Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz“, als einer der Hauptkriegs- verbrecher in Nürnberg vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Die Rüstungsindustriellen jedoch, die sich am Einsatz von Zwangsarbeitern maßlos bereicherten, wurden nicht zur Verantwortung gezogen.
In fast allen Betrieben bestand die Mehrheit der Belegschaft aus Zwangs- arbeitern. So betrug der Anteil der ausländischen Arbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangenen in den Mitteldeutschen Stahlwerken(Flick-Konzern) 52 Prozent der gesamten Belegschaft. Bei der AEG Hennigsdorf waren es sogar 61 Prozent. Das Krupp-,Familienunternehmen” beutete in seinen Be- trieben insgesamt 97952 ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge aus. Unter Bruch des Artikels 13 der Genfer Konvention wur- den viele Kriegsgefangene zur Sklavenarbeit in der Rüstungsindustrie einge- setzt.
In allen Großbetrieben glichen sich die mörderischen Ausbeutungsmethoden sowie die Lebensbedingungen der Deportierten und Kriegsgefangenen. In sei- ner eidesstattlichen Erklärung vor dem Nürnberger Tribunal schilderte Dr. W. Jäger die Lage der französischen Kriegsgefangenen in den Betrieben des Kriegsverbrechers Krupp:
„Das französische Kriegsgefangenenlager in der Nöggerathstraße war durch einen Luftangriff zerstört worden, und die Insassen wurden für fast ein halbes Jahr in Hundehütten, Pissoiren und alten Backöfen untergebracht. Die Hunde- hütten waren 1m hoch, 3m lang und 2m breit. Fünf Mann schliefen in einer jeden Hütte. Die Gefangenen mußten auf allen Vieren in diese Hundehütten hineinkriechen. In diesem Lager gab es keine Tische, Stühle oder Schränke. Es waren auch nicht genügend Decken vorhanden. Im ganzen Lager gab es kein Wasser. Die ärztlichen Untersuchungen, die stattfanden, mußten im Freien vorgenommen werden.”(IMT, Bd. III, S. 497)
Von den ausländischen Zwangsarbeitern gehörten die sowjetischen und pol- nischen Menschen zu den Ausländergruppen, die der größten Diskriminierung ausgesetzt waren. Sie wurden so wie alle jüdischen Menschen gezwungen, ein diskriminierendes Kennzeichen zu tragen. Die Auffassung der Rüstungsindu- striellen, daß die slawischen Völker nur„minderwertige Rassen” darstellen und


