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Auschwitz-Prozess Frankfurt am Main : Schlussvortrag und Erwiderung des Friedrich Karl Kaul, Prozessvertreter der in der Deutschen Demokratischen Republik ansässigen Nebenkläger im Strafverfahren gegen Mulka u.a. vor dem Schwurgericht beim Landgericht Frankfurt am Main / herausgegeben von der Arbeitsgruppe der ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz beim Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der DDR und dem Nationalrat der Nationalen Front des demokratischen Deutschland
Entstehung
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dem seinem Gutachten über die nationalsozialistische Judenpolitik vom 17. Fe- hlie- bruar 1964 und Dr. Jacobsen in seinem Gutachten über den Kommissar- jehö- befehl vom 14. August 1964 festgestellt, daß die Errichtung und die Funktion dung des Konzentrationslagers Auschwitz, insbesondere die in diesem Konzentra- der tionslager begangenen Verbrechen, feste Bestandteile der allgemeinen > den nationalsozialistischen Politik gewesen sind und deshalb auch nur auf diesem Hintergrund zutreffend beurteilt werden können. Inbesondere Dr. Broszat in seinem Gutachten über die nationalsoziali- eh stische Polenpolitik und Dr. Jacobsen sind wenn auch leider nur oberfläch- Ei lich auf einige Wesenszüge dieser Politik eingegangen. Dr. Jacobsen

sprach von einerAggressionspolitik. Sie war zunächst darauf abgestellt, die Naziherrschaft im Innern des Reiches zu festigen und die materiellen und

ssen- geistigen Voraussetzungen für eine Aggression nach außen zu schaffen. So- dann ging es auf dem Wege über die gewaltsame Unterjochung anderer Völker an die Errichtung einesGroßdeutschlands, das nach Erringung der

RCHVormachtstellung in Mitteleuropa schließlich die Weltherrschaft ausüben

HE sollte.

En Sowohl Dr. Broszat als auch Dr. Jacobsen weisen darauf hin, daß die These von der angeblichenNotwendigkeit neuen Lebensraumes" bei der Verwirk-

lichung dieser Politik einezentrale Rolle spielte. y Der Kern dieser verbrecherischen Politik bestand also in einer gewaltsamen a Unterdrückung der friedliebenden Bevölkerung des eigenen Landes und aller

en anderen Völker, die sich den Weltherrschaftsplänen der Nazis widersetzten, Mel- Dies ist wie die Beweisaufnahme ergeben hat von den Repräsen- : tanten des Naziregimes intern ganz deutlich ausgesprochen worden. ıufhin Dr. Broszat zitierte beispielsweise in seinem Gutachten über die Entwicklung der Konzentrationslager eine Rede von Hitler aus dem Jahre 1926, in der be- diese reits damals gesagt wurde:Wir haben nicht eher Ruhe, bis.... der letzte Ange- Marxist bekehrt oder ausgerottet ist. Es gibt kein Mittelding. varen. In seinem Gutachten über die nationalsozialistische Polenpolitik kommt der ie von gleiche Gutachter zu dem Ergebnis:Gewinnung von Lebensraum im Osten t und.. bedeutete für Hitler nicht nur Annexion bestimmter Gebiete,.... sondern em KZ sogenannte völkische Kolonisation. Siebildete einen untrennbaren Bestand- teil nationalsozialistischer Programmatik. Was darunter zu verstehen war, y wer- erläuterte Dr. Broszat u. a. mit einem Zitat aus einer Rede von Heydrich, usam- in der über dieLösung des Polenproblems gesagt wird:Von dem politi- Hand- schen Führertum sind in den okkupierten Gebieten höchstens noch 3 Prozent nmen- vorhanden. Auch diese 3 Prozent müssen unschädlich gemacht werden und ch die kommen in KZ.

Am deutlichsten aber wurde wohl der Vernichtungswille der Nazis gegen- über den jüdischen Menschen ausgesprochen. Es sei hier nur an das in der Beweisaufnahme und auch im Plädoyer der Staatsanwaltschaft zitierte Proto- koll der sogenanntenWannsee-Konferenz über dieEndlösung der Juden- frage vom 20. Januar 1942 erinnert. In diesem Dokument werden darauf möchte ich besonders hinweisen nahezu unverhüllt die beiden Haupt-

Arbam formen der geplanten Massenvernichtung genannt. Nämlich:

seine i! er ne 4 ebruor 1. die unverzügliche physische Vernichtung, wie sie dann später hauptsäch- 'g der lich in den Gaskammern verwirklicht wurde, und

ckin 1.9 2. die sogenannteVernichtung durch Arbeit.