dem seinem Gutachten über die nationalsozialistische Judenpolitik vom 17. Fe- hlie- bruar 1964 und Dr. Jacobsen in seinem Gutachten über den Kommissar- jehö- befehl vom 14. August 1964 festgestellt, daß die Errichtung und die Funktion dung des Konzentrationslagers Auschwitz, insbesondere die in diesem Konzentra- der tionslager begangenen Verbrechen, feste Bestandteile der allgemeinen > den nationalsozialistischen Politik gewesen sind und deshalb auch nur auf diesem Hintergrund zutreffend beurteilt werden können. Inbesondere Dr. Broszat in seinem Gutachten über die nationalsoziali- eh stische Polenpolitik und Dr. Jacobsen sind— wenn auch leider nur oberfläch- Ei lich— auf einige Wesenszüge dieser Politik eingegangen. Dr. Jacobsen
sprach von einer„Aggressionspolitik“. Sie war zunächst darauf abgestellt, die Naziherrschaft im Innern des Reiches zu festigen und die materiellen und
ssen- geistigen Voraussetzungen für eine Aggression nach außen zu schaffen. So- dann ging es auf dem Wege über die gewaltsame Unterjochung anderer Völker an die Errichtung eines„Großdeutschlands“, das nach Erringung der
RCH„Vormachtstellung in Mitteleuropa“ schließlich die Weltherrschaft ausüben
HE sollte.
En Sowohl Dr. Broszat als auch Dr. Jacobsen weisen darauf hin, daß die These von der angeblichen„Notwendigkeit neuen Lebensraumes" bei der Verwirk-
lichung dieser Politik eine„zentrale Rolle“ spielte. y Der Kern dieser verbrecherischen Politik bestand also in einer gewaltsamen a Unterdrückung der friedliebenden Bevölkerung des eigenen Landes und aller
en— anderen Völker, die sich den Weltherrschaftsplänen der Nazis widersetzten, Mel- Dies ist— wie die Beweisaufnahme ergeben hat— von den Repräsen- : tanten des Naziregimes intern ganz deutlich ausgesprochen worden. ıufhin Dr. Broszat zitierte beispielsweise in seinem Gutachten über die Entwicklung der Konzentrationslager eine Rede von Hitler aus dem Jahre 1926, in der be- diese reits damals gesagt wurde:„Wir haben nicht eher Ruhe, bis.... der letzte Ange- Marxist bekehrt oder ausgerottet ist. Es gibt kein Mittelding.“ varen. In seinem Gutachten über die nationalsozialistische Polenpolitik kommt der ie von gleiche Gutachter zu dem Ergebnis:„Gewinnung von Lebensraum im Osten t und..„ bedeutete für Hitler nicht nur Annexion bestimmter Gebiete,.... sondern em KZ sogenannte völkische Kolonisation.“ Sie„bildete einen untrennbaren Bestand- teil nationalsozialistischer Programmatik“. Was darunter zu verstehen war, y wer- erläuterte Dr. Broszat u. a. mit einem Zitat aus einer Rede von Heydrich, usam- in der über die„Lösung des Polenproblems“ gesagt wird:„Von dem politi- Hand- schen Führertum sind in den okkupierten Gebieten höchstens noch 3 Prozent nmen- vorhanden. Auch diese 3 Prozent müssen unschädlich gemacht werden und ch die kommen in KZ.“
Am deutlichsten aber wurde wohl der Vernichtungswille der Nazis gegen- über den jüdischen Menschen ausgesprochen. Es sei hier nur an das in der Beweisaufnahme und auch im Plädoyer der Staatsanwaltschaft zitierte Proto- koll der sogenannten„Wannsee-Konferenz“ über die„Endlösung der Juden- frage“ vom 20. Januar 1942 erinnert. In diesem Dokument werden— darauf möchte ich besonders hinweisen— nahezu unverhüllt die beiden Haupt-
Arbam formen der geplanten Massenvernichtung genannt. Nämlich:
seine i! er ne 4 ebruor 1. die unverzügliche physische Vernichtung, wie sie dann später hauptsäch- 'g der lich in den Gaskammern verwirklicht wurde, und
ckin 1.9 2. die sogenannte„Vernichtung durch Arbeit“.


