Druckschrift 
Faschismus - Getto - Massenmord : Dokumentation über Ausrottung und Widerstand der Juden in Polen während des Zweiten Weltkrieges / herausgegeben vom Jüdischen Historischen Institut Warschau. Ausgewählt, bearbeitet und eingeleitet von Tatiana Berenstein, Artur Eisenbach, Bernard Mark und Adam Rutkowski
Entstehung
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Vordringlich erscheint es, zur Platzschaffung für Baltendeutsche 40000 Juden und Polen aus dem Warthegau ins Gouvernement abzuschieben. Als Richt- linie für die Auswahl eilt der Befehl des Reichsführers SS, demzufolge u.a. keine Stammdeutschen, ohne Rücksicht auf ihr Vorleben, abgeschoben werden dürfen... 2) SS-Gruppenführer Heydrich gibt folgende vom Reichsführer SS erlassene erundsätzliche Anordnung bekannt:. Zur alleemeinen Polenfrage ist angeordnet worden, daß eine rassische Auslese beim Einsatz der Landarbeiter jetzt nicht zu erfolgen hat. Wenn nämlich zwischen guten und schlechten Polen unter der Masse, die ins Altreıc h kommt, unterschieden werden sollte, könnte bei der deutschen Bevölkerung Ver- wirrung entstehen. Beim Arbeitseinsatz der Polen im Reich ist auf eine ent- sprechende prozentuelle Verteilung des männlichen und weiblichen Ge- schlechtes zu achten. Insgesamt kommen nach den letzten Feststellungen 800000 bis 1000000 Polen zusätzlich zu den Kriegsgefangenen im Reichs- eebiet zum Einsatz. Die Auswahl erfolgt über die Arbeitsämter. Zum Teil sollten diese Polen aus den Ostgauen hereingenommen werden. Anläßlich der Vorbereitungen mußte festgestellt werden, daß die örtlichen Stellen in den Osteauen erklärten, diese Polen seien unabkömmlich, da sie dort selbst benötigt würden. So erklärte beispielsweise der Warthegau, er könne nuı 20000 abgeben, während Westpreußen-Danzig nur 8000 zuı Verfügung stellen will. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, ohne Kompromisse alle Polen in den Ostgauen, die als Landarbeiter in Frage kommen, zu erlassen. Eine Ausnahme von dem erwähnten grundsätzlichen Verbot der rassischen Auslese beim Landarbeitereinsatz könnte allenfalls bei den anzusiedelnden polnischen Landarbeiterfamilien in Frage kommen. Rassisch gute Elemente könnten im Reichsgebiet belassen werden. 3) Nach den beiden Massenbewegungen a) von 40000 Polen und Juden im Interesse der Baltendeutschen und b) von etwa 120000 Polen im Interesse der Wolhyniendeutschen, soll als letzte Massenbewegung die Abschiebung von sämtlichen Juden der neuen Ostgaue und 30000 Zigeunern aus dem Reichsgebiet in das General- gouvernement erfolgen. Nachdem festgestellt wurde, daß die Räumung von 120000 Polen etwa im März 1940 zu laufen beginnt, muß die Evakuierung von Juden und Zigeunern bis zur Beendigung der vorgenannten Aktionen aufgeschoben werden. Jedenfalls ist aber der Verteilungsschlüssel vom Generalgouvernement bekanntzugeben, damit die Planung einsetzen kann. SS-Obergruppenführer Arügeı teilt mit, daß im Gouvernement für die Wehr- macht, Luftwaffe und SS Truppenübungsplätze in ziemlich bedeutendem Umfange bereitgestellt werden müssen, die eine Umsiedlung innerhalb des Gouvernements von etwa 100000 bis 120000 Menschen bedingt. Es wäre daher erwünscht, um eine doppelte Umsiedlung zu vermeiden, bei den Räumungen in Richtung auf das Generalgouvernement hin daraul Bedacht zu nehmen.

SS-Gruppenführer Heydrich bemerkt hierzu, der Bau des Walles und sonstiger