Druckschrift 
Eine Frau erzählt / Grete Salus
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen

tgegen. länder? nso das t Kom- Farben

ns zu d ande- m. Kapitu- auf ge-

Prag

r Krieg für uns irde.

rlassen,

us dem er mal- re Qua er Tol ‚usmaßt ‚tadt U

Eines Morgens gelang es mir, zu entschlüpfen. Die Hälfte des Weges fuhr ich mit einem russischen Panzerauto.

So oft wir in Theresienstadt von der Freiheit gesprochen hatten, sagten wir immer:Zu Fuß will ich meinen Weg nach Prag finden. So war es auch bei mir. Die zweite Hälfte des Weges wanderte ich in die Freiheit, nach Prag. Nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, jubelnd und jauchzend, sondern sehr bangen Herzens, voll Erwartung und großer Angst.

Prag ich ging durch die Straßen staunend.

Eine Stadt das gab es noch eine Stadt, in der man gehen konnte, allein. Die Menschen gingen so selbstverständlich darin, sie wußten gar nicht, was für ein Wunder das war, so gehen zu können.

Ich hatte das Gefühl, als wenn man es mir ansehen müßte, als wenn alle Blicke der Vorübergehenden auf mich gerichtet wären, mich an- starrten.

Man sah es mir auch an, es war keine Einbildung, denn auf einmal spürte ich in meiner Hand ein Päckchen. Als ich es öffnete, war es angefüllt mit den besten Leckerbissen. Ein lieber Gruß von einer lieben Menschenhand. Da kam es mir zum Bewußtsein, daß ich ganz allein war. Mein Mann ich suchte meinen Mann.

Langsam wurden die Straßen zu Stimmen, Stimmen des Vergangenen, die mich nun jagten, unbarmherzig von einem Grab zum anderen.

Eine Frau sprach mich an:Warum so verzweifelt, es wird sicher alles gut.

Eine Menschenstimme sprach zu mir in meiner furchtbaren Einsam- keit.

Tränen flossen über mein Gesicht, und ich irrte weinend umher, immerfort mußte ich weinen.

Mein Mann war nicht mehr meine Eltern waren nicht mehr Millionen waren nicht mehr durch das Geheiß einer Hand irgend- einer verruchten Mörderhand.