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Ankunft in Auschwitz
Das Lächeln war nicht mehr hinweggewischt von frevelhaften Händen. Was ich zuletzt sah, war nur bittre Qual.
Schnell, schneller, schneller— noch immer gellt es in meinen Ohren, dieses Wort, das uns von nun an Tag und Nacht hetzte, vorwärts- peitschte und uns nie zur Ruhe kommen ließ.
Laufschritt— das war die Parole, im Laufschritt essen, schlafen, ar- beiten und im Laufschritt in den Tod.
Es war vielleicht gut so, daß man nicht richtig zur Besinnung kam und das unmittelbar Erlebte über sich hinwegbrausen ließ wie eine Windhose des Grauens, die einen emporwirbelte, einen fast zerriß, einen hinunterwarf in schreckliche Tiefen und doch wie ein Wunder wie- der auftauchen ließ— scheinbar unverletzt.
Als wir aus dem Wagen herausgesprungen waren, schlug es auch schon über uns zusammen und wir schwammen dahin, halb bewußtlos, irgendetwas Furchtbarem entgegen, das wir nur ganz tief in unserem Unterbewußtsein empfanden. Jetzt rollte alles ab, in atemberaubender Schnelligkeit. Nur Einiges blieb gleich Blitzlichtern haften, alles andere drang nicht ins Bewußtsein.
Scheinwerfer warfen ihr grelles unbarmherziges Licht auf den Ablauf eines Geschehnisses, gewaltig in seiner Dämonie. Sie beleuchteten hin und herwogende Menschenmassen und unendlich viel Papier und Abfälle und Berge, ja Gebirge von Gepäck, trostlos und drohend bezeugten sie, daß tausende Menschen bereits vor uns hier gewesen.
Zuerst war ich noch mit meinem Manne zusammen. Man tat und
‚ sprach Sinnloses, letztes Anklammern an etwas Wirkliches, Vertrautes. ‚ Meine Freundin verteilte Schockolade, mein Mann nahm ein Stückchen, | sagte,„ich komme gleich, laufe nur mal schnell zum Wagen zurück,
| um meinem kranken Freunde die Schokolade zu bringen.“
Das waren die letzten Worte, die‘ich von ihm hörte, ich sah ihn zum letzten Male. Verspielt ein Leben, ein so reiches Leben war verspielt. Schokolade, so hübsch klingt das, nach Kinderjause und Ge-
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