Gödenroth hielt eine Andacht über Paul Schneiders Konfr- mationsdenkspruch Johannes 18, 37:„Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeu- gen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.“ Er sprach davon, welche Bedeutung dieses Wort des Herrn im Leben des Entschlafenen gewonnen habe, wie er sich immer wieder habe von ihm ermahnen lassen, keine faulen Kompromisse zu schließen, auf nichts anderes zu sehen als auf die Wahrheit in Christus und selbst Bote dieser Wahr- heit zu sein. Der Herr habe sein Wort vor Pontius Pilatus, vor den Hohenpriestern, vor den Pharisäern und den Zöll- nern bezeugt, und im Bezeugen sei er selbst die Wahrheit. Auch bei seinen Dienern sei die Wahrheit zuerst oft bitter, aber es gehe auch bei der Wahrheit, die uns bitter dünkt, um das süße Wort, daß Gott uns seine Gnade schenkt. Die- sem Gnadenwort habe der Entschlafene auch mit der Ver- hängung der christlichen Bußzucht, wie sie der Heidelberger Katechismus vorsieht, dienen wollen. Und der Gemeinde sei zu sagen: sie habe einen Prediger des wahren Wortes in ihrer Mitte gehabt, der auch über den Tod hinaus zu ihr reden werde. Sie könne nicht zurück. Ihre Entscheidung aber möge mit Gottes Hilfe die Entscheidung einer rechten christ- lichen Gemeinde sein.
Bruder Kemper segnete darauf die Leiche aus mit dem Wort aus Daniel ı2, Vers 13:„Du aber gehe hin, bis das Ende komme; und ruhe, daß dw auferstehest zu deinem Erbteil am Ende der Tage!“
Wie war auch in dieser Stunde das Lied der Gemeinde die Antwort des Glaubens!...„Warum sollte mir denn grauen? ... Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht?“ Der von dem Entschlafenen gegründete Sing-
kreis sang unter Leitung von Bruder Müsse sehr fein den Seifertschen Satz von„Es ist vollbracht, gottlob, es ist voll- bracht, mein Heiland nimmt mich auf...“. Als die Ge- meinde zum Schluß das„Gloria sei dir gesungen“ anstimmte,
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