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Gefängnisbriefe
aus der Zeit vom 3.10. bis 24.11.1937
Kirchberg, 3. Oktober 1937..- Womrath hatte es gestern auf
sich. Die Polizisten hatten noch gar nicht lange gewartet.
Vielen Dank für das Nachtzeug. Nun bast Du leider wieder
allerhand Sorgen. Grüße die lieben Gemeinden am nächsten
Sonntag. Hoffentlich haben sich die Womrather gestern sel-
ber noch einen Gottesdienst gehalten. Das wird, scheint es,
heut von Gott von ihnen erwartet, daß sie das können. Es ist mir ja sehr leid, daß wir nicht binkamen. W enn wir es ja auch zu vertrauensselig angestellt haben, Gott hätte ja eine Viertelstunde Verspätung der Polizei schenken oder uns die Verspätung ersparen können. 50 wollen wir es im Glauben von Gott als gut nehmen wie es kam. Vielleicht kann man meine Verantwortung der Gemeinde vorlesen. Kommi in den Häusern und in der Kirche zusammen mit Gebet und Gottes Wort. Betet für die Obrigkeit und für die Kirche.— Nun sind wir wieder eingereiht: Er behütet alle, die ihn lie- ben. Wie bald können wir diesen Trost nun selber brauchen. Ich bin aber auch sehr froh, daß ich in Dickenschied war, da war der Dienst doch nötiger. Das nächstemal ist dann Wom- rath dran. Hoffentlich bald!... Nun wollen wir recht Glau- ben halten und auf Gottes Wundermacht vertrauen. Auch die Gemeinden sollen sich nicht erschrecken und einschüch- tern lassen. Jetzt stehen wir halt immer einsam— darum um so mehr auf Gott geworfen. Wir wollen noch treuer beten....
Kirchberg, 4. Oktober. Liebe Kinder! Jetzt war es doch schön, daß der Vater am Sonntag einmal in Haus und Gemeinde reinsehen konnte! Ich freue mich, wenn Ihr lieb beieinander
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