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so sterben wir dem Herrn, darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“ Mit herzlichen brüderlichen Grüßen im Namen und Auftrag des Rates Ihr Beckmann.
Am ı. Oktober fahren wir miteinander von Eschbach ab. In Frankfurt trennen sich unsere Wege. Paul kommt in der Nacht in Kirn an. Ich lasse nun unseren lieben Bruder Met- tel erzählen:„Als Junggeselle habe ich die Untugend, häu- fig zu nachtwächtern. Da steht mir ganz lebendig eine Er- innerung an Pfarrer Schneider vor der Seele, durch die ich tief beeindruckt wurde.... Es war eine Nacht von Freitag auf Samstag halb zwei Uhr und ich will mich gerade ent- schließen, mein Lager aufzusuchen, da klopfte es an mein Fenster. Ich eile zurHaustür und öffne und Pfarrer Schneider streckt mir zu meinem Erstaunen und großer Freude die Hand entgegen. ‚Onkel Mettel, haben Sie noch ein Plätz- chen, wo ich noch für wenige Stunden rasten kann?‘, richtet er nach brüderlicher Begrüßung die Frage an mich. Ich be- reite noch schnell einen Kaffee, und dann geht’s ans Ausfra- gen: ‚Woher und wohin?‘— Er hatte Gelegenheit, nach sei- ner Koblenzer Haft nach Hause zu kommen und will trotz seiner Ausweisung aus dem Rheinland Sonntag in Womrath und Dickenschied predigen.- ‚Ist das nötig, sich so in Ge- fahr zu begeben?‘ So meine Frage! Statt einer Antwort schlägt Pfarrer Schneider seine Taaschenbibel auf und liest mit einem Tonfall, den ich nicht wiedergeben könnte: ‚Ich bin der gute Hirte‘(dabei weist er von sich weg in die Höhe, man merkt ihm seine unbedingte Gebundenheit an Ihn an). ‚Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht. Und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe. Der Miet- ling aber flieht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe
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