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führt und die ‚längere Schutzbaft‘ abkürzt. Nach allem ist das Bein schlecht geheilt, ist noch nicht im Schienbein ganz fest, vom Wadenbein gar nicht zu reden, der Splitter am Schienbein steht sehr beraus und das ganze Bein drückt sich beim Gehen mehr und mehr im Knie nach innen durch, auch das Kürzersein macht sich doch ziemlich bemerkbar.-— Wir sind in unserem ‚Gefängnis‘ gewöhnlich sechs bis sieben der verschiedensten Sorte, von meiner Fakultät bin ich der ein- zige. Zwei Jünglinge, die dem Papst zu sehr befreundet wa- ren, sind wieder entlassen. Du kannst Dir denken, daß das Leben hier eines gewissen Reizes und auch Zweckes nicht entbebrt.... Heute ist schon der 6. Sonntag meiner Haft ohne die Möglichkeit an einem Gottesdienst teilzunehmen und doch nicht ohne Gottesdienst. Es ist merkwürdig, daß die Seele hier noch viel hungriger ist und Gottes Wort noch viel tiefer eindringt, wo fast jede andere Möglichkeit der Unterhaltung fehlt. Ein lieber Mitgefangener(SS-Mann) gab mir von seinen Blumen, die ihm seine Braut gesandt, die Hälfte ab; aus Pappe habe ich mir ein Kreuz gefertigt und mir heute Zellentisch und Zelle sonntäglich herausgeputzt, ein reines Taschentuch als Tischtuch. So babe ich mir heute morgen selber Gottesdienst gehalten, und war mit der gläu- bigen Gemeinde verbunden. Deine Karte mit der Aufforde- rung zur Freude habe ich mir zum Sonntag unter die Blumen gestellt. Du siehst, man kann auch hier Sonntagsfreuden haben, hoffentlich habt Ihr dieselben auch und macht auch Euren Sonntagsspaziergang, indem Ihr nach wie vor den Kopf nicht hängen laßt, nun wo unser Gottvertrauen und unsere Geduld auf eine stärkere Belastungsprobe gestellt wird. Die Zuflucht unter dem Schatten der Flügel Gottes nimmt ja kein Ende.... Laß uns nur in unserem ‚Leiden‘ Gottes Liebe seben. Es ist ja keine Bestrafung, keine Bezahlung mehr für unsere Sünde, nachdem Jesus vollgültig bezahlt. Nein, es ist die väterliche Liebeszucht, der wir uns nicht weigern dürfen. Wenn manche oder viele Brüder meinen, das Leiden ver-
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