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Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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HAFTUND AUSWEISUNG

So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich...

Paul Gerhardt

Am 28. Mai wird Paul von seinem Gipsverband endgültig befreit. Das Bein müßte nun bestrahlt und massiert werden- es blieb ihm keine Zeit. Ich rufe ihn heim, da ein besonders tragischer Todesfall vorliegt. Er hält am 30. Mai die Leichen- tede in der Kirche. Am zı. Mai wird er von Beamten der Gestapo in seiner Studierstube verhaftet und zu einer ‚Ver- nehmung‘ nach Koblenz geführt. Wir zu Hause bleiben ohne Nachricht, bis wir es über den Superintendenten und den Re- gierungspräsidenten erfahren, daß Paul in Koblenz in Schutz- haft sei. Im Dorf herrscht größte Bestürzung, niemand kann sich den Grund der Verhaftung denken. Unsere beiden Ge- meinden senden vier Bauern nach Koblenz zu der Gestapo. Auf ihre Frage nach den Gründen der Verhaftung ihres Pfar- rers wird ihnen gesagt: ı. den Grund könnten sie in der Zei- tung lesen; 2. Pfarrer Schneider wiegle den ganzen Hunsrück gegen den Staat auf; 3. da sie in keinerlei Organisationen wären, kämensiemitihren Aussagen gar nicht in Frage.-In der Zeitung stand:„In Schutzhaft genommen. Pfarrer Schneider aus Dickenschied wurde durch die Geheime Staatspolizei in Schutzhaft genommen, weil er in unverantwortlicher Weise von der Kanzel herab gegen einen Bauern zum Boykott auf- gefordert hat.“— Die Gestapo ließ Paul bei der Verhaftung nicht Zeit, seinen Koffer zu packen, es wäre ja nur eine Ver- nehmung. Paul wurde aber in der Tür des Stapo-Gebäudes in Koklenzempfangen:„Sie sindhierzueinerlängeren Schutz- haft“ und gleich in die Zelle im Souterrain gebracht(dort waren sechs bis sieben Zellen: Tresorräume des früheren

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