Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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in dieser Blindheit für des gekreuzigten Jesu Herrlichkeit und die Herrlichkeit des Kreuzesweges und würden uns viel lieber Freude und Wonne erwählen als die Schmach Jesu

Christi.

Was anders ist uns da nötig, als daß wir mit der herzan- dringenden Bitte zu unserem Herrn gehen, daß er uns die Glaubensaugen öffne für seine Kreuzesherrlichkeit, und daß wir von diesem Glaubensblick fröhlich, satt und reich ge- macht werden, daß wir nicht mehr als Bettler am Wege der Welt sitzen müssen und von ihrer Bettelfreude und ihrem Bettelvergnügen leben müssen. Die Welt will dich nicht zu Jesus lassen und mit Jesus ziehen lassen. Sie will die Kraft deines Wollens gleich zu Anfang des Passionsweges ausbre- chen, indem sie dich in ihre Lust hereinlockt. Es ist der Aus- druck knechtischen Unglaubens, wenn man meint, vor dem Beginn der Passionszeit noch einmal mit der Welt sich lustig machen zu müssen. Das ist keine evangelische innerliche und von Herzen gehende Erwählung der Kreuzesnachfolge, die in den weltlichen Vergnügungen sich zuerst schadlos zu hal- ten versucht. ‚Habt nicht lieb die Welt"- Karnevalsveran- staltungen und Fastnachtstreiben sind nicht auf evangelischem Boden erwachsen, und wahrhaft evangelische Christen haben damit nichts gemein. Dafür aber laßt uns in stiller Sammlung und Bereitung und wahrhaft sonntäglicher Feier vor unsern Herrn Jesus treten und glaubensvoll ihn bitten, daß er uns sehend mache für die Herrlichkeit seines Kreuzesweges. Freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung Freude und Wonne haben möget. Las- set uns mit ihm hinausgehen vor dasLager und seine Schmach tragen. So wird er uns begegnen wie dem Blinden am Wege und zu uns sprechen: Sei sehend, dein Glaube hat dir ge- holfen.

So hat uns Gott in der Kreuzesnachfolge unseres Herrn einen Weg gegeben durch Leiden zur Herrlichkeit. Ist er nicht am Ende doch der schönste und beste Weg dieses Erdenlebens?

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