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Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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Bitte für mich, daß ich sie lerne. Was die Pflege angeht, habe ich es unverschämt gut hier. Ich liege allein, kann darum auch gut lesen und studieren. An Besuch hat es nicht gefehlt. Das Schienbein hat doppelten Bruch, das Wadenbein ein- fachen.(Brief an die Mutter vom 23. März 1937.) In Ein- zelgesprächen am Krankenlager versucht Paul seinen Ge- meindegliedern seine Haltung in der christlichen Bußzucht klarzumachen und äußert sich mir gegenüber, er wolle den Betroffenen möglichst lange Bedenkzeit geben, ehe er die dritte endgültige Abkündigung vornehme.

Noch im Gipsverband tut er über Pfingsten dreimal Dienst. Er predigte mit ganz seltenen Ausnahmen über die Peri- kopen. Die Predigten schrieb er wörtlich auf, hielt sie aber ohne genaue Bindung daran, frei, mit lebendigem Vortrag. Er strebte immer mehr, von der Themapredigt zur Text- predigt zu kommen. Im Winter 1937 hielt er Evangelien- predigten. Sie hatten den Grundakkord: Jesu Herrlichkeit! z.B. am 10. Januar 1937 über Matthäus 2,1-12: Die Weisen beim Kind: Ein Ruf zur Heidenmission Ein Ruf zu Trost und Dank- Ein Ruf zu Opfer und Dienst- Ein Ruf zum Schauen der Herrlichkeit Christi und seines Reiches.

Die letzte Predigt von Paul im regulären Pfarrdienst, Esto-

mihi 1937, war über Lukas 18,31-43:

Liebe Gemeinde!

Wir gehen heute wieder durch ein neues Tor, durch das Ein- gangstor der heiligen Passionszeit, da unser lieber Herr und Heiland auch uns zu sich nehmen möchte und zu uns sprechen: ‚Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem! Er wartet darauf, daß wir das wirklich ernst nehmen, was wir gesungen haben: ‚Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach. Darf er uns denn zu sich nehmen auf dem Passionsweg, den Weg ins Leiden, ins heilige Kreuz? Oder gehören wir viel- leicht zu denen, von denen es heißt: ‚Von da ab- als er von seinem Leiden und Sterben sprach- ‚gingen viele seiner

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