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meinem
Jesaja 28,19
"4 200 Um eine Probepredigt im Kreise Wetzlar zu halten, kommt 2 Num Paul im Januar 1926 heim und findet einen sterbenden Vater. ‚ U dir Ein Schlaganfall hat ihn beim Gottesdienst im Filial ge- kommt, troffen, und nach drei Tagen ist sein Ende da. Paul wird ein- stimmig in Hochelheim als Nachfolger gewählt, er nimmt an,
wohl wissend, daß er kein leichtes Erbe antritt, und daß die
Gründe seiner Wahl nicht ganz geistlicher Natur sind. Viele
Häuser sind dem ‚Paul‘, der nun der„Herr Pfarrer“ wird,
herzlich zugetan, vielerlei Erwartungen knüpfen sich daher
auch an sein Pfarramt. Die einen wollen,„alles beim alten“
haben, wie es beim alten Pfarrer war, d. h. sie wollen außer-
halb der Predigt in Ruhe gelassen sein; die anderen denken
an die Zeit, als Paul im Turnverein einen liberalen Vortrag
hielt und zuzeiten aktiv dort mitmachte; die„Stillen im
Land“ hoffen auf ein volles Mitgehen in ihrem Gemein- schaftsleben, kurz, jeder möchte gern seinen Stempel auf ihn
drücken. Was Wunder, daß es von den ersten Tagen an Spannungen gab?— Im Pfarrhaus wird aber nun zuerst ge-
räumt und geordnet, gestrichen und tapeziert, und darüber
wird es Sommer. Paul ist in der Zwischenzeit Hilfsprediger
‘ in Rotthausen bei Essen. Das Weilheimer Pfarrhaus richtet
seiner Jüngsten die Hochzeit. Der Vater ruft seinen Kindern
nach Ruth 1,16 zu:„Seid einig, einig, einig— in Glaube,
Liebe, Hoffnung.“-Vor dem Einzug ins neue-alte Heim—
es war eine ganz glückliche Mischung— wandern die beiden,
wie sie es in Brautzeiten so gerne getan, und dieses Mal er-
schließt sich ihnen ein Stück schönstes Neuland: Bodensee
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