Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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predigt und verliere darüber den Glauben an Christus.- Ich habe das allerliebste Mädchen, das sich denken läßt und kann es nicht heimführen. Gott, das ist deine gerechte Strafe. Ich stebe in dem höchsten Beruf und kann ihn schlecht, schlecht, fast nicht ausüben. Mir scheint, als hätte ich seither wie in einer großen Täuschung und Lüge gelebt. Wo dein Geist mich nicht immer aufgerichtet hätte, wäre ich lange vergangen.Was ich sage, sind Phrasen, angelernt und hundertfach wiederholt.-Diesen inneren Bruch kann und will ich nicht länger tragen.Ostern ist vorüber, die gläu- bige Gemeinde mußte mir ihren Glauben an den auferstan- denen Christus borgen, daß ich predigen konnte.-Wieder einmal nur die Scherbe eines Gefäßes.-Es zieht mich in dieLandwirtschaft und Siedlung,unserem armenV olke möchte ich Wege weisen helfen, an Leib und Seele zu gesunden. Da- für gelte es zuerst, am eigenen Leibe die neue Lebensweise auszuprobieren. Vergesse ich nun nicht, nach dem Reiche Gottes zu trachten, wenn ich Gesundung und Freiheit suche? Erhebe ich nicht neue Götzen auf den Thron? Gott, sieh, wie ich allein auf deine Gnade geworfen und gewiesen bin. Erbarm dich meiner.(Aus dem Tagebuch 1925.)

Aber auch Freudigkeit zum Amt ist da:Es ist mir doch seither so gewesen, als ob Gotit mich im Pfarramt bestätigen wolle. Er ließ mir meine beiden letzten Predigten ganz leidlich gelingen.- Wenn man Kraft zur Arbeit hat, ist es doch eine Genugtuung besonderer Art, in das Großstadt- elend das Wort des Lebens tragen zu dürfen.Es wird Euch und besonders Vater freuen, wenn ich bekennen darf,

daß ich mit Freuden Pastor bin, auch in der Großstadt.

Gott gibt mir mit den wachsenden Aufgaben wachsende Kraft. Am Sonntag hatte ich fünf Amtshandlungen. Das soll mir mein Trost und meine Zuversicht sein, wie Wichern es einmal ausspricht: Du Gott, läßt nichts unvollendet und hast in mir das Wollen geweckt; du wirst auch des Voll- bringens Kraft mir schenken nach deiner Gnade und Liebe

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