Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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chen, das er liebte, sein Leben, das in seinen Augen ver- kehrt und nicht in der Wahrheit war, bis an die Wurzel aufgedeckt,- sie konnte nur mittragen, aber ihn nicht her- auslieben; den Träumer und nach Selbsterlösung Suchenden, den um das soziale Problem Ringenden, nach der rechten Stellung zu Körperkultur und Lebensreform Fragenden hat der König der Wahrheit allein aus Seele und Leib dar- niederwerfenden Depressionen, aus Bibelkritik und Philo- sophie hineingeführt in das Licht des Wortes Gottes und in die Freiheit der Kinder Gottes. Es war ein langer, oft banger Weg für ihn und für die, die ihn liebten, aber er führte dahin, daß sein Amtsbruder 1937 von ihm sagen durfte: Paul Schneider hat ein selten feines und waches Gewissen. Sein unbestechlicher Wahrhaftigkeitssinn ließ auch nicht die kleinste Krummheit und Schiefheit des Weges zu, er führte dahin, daß er mitten in der Bedrängnis des Kir- chenkampfes fröhlich ausrufen konnte:Es ist eine Lust zu leben!, daß er strahlend vom Predigtdienst heimkehrte: Diese Predigt durfte ich noch einmal halten!, und daß er gewürdigt wurde, der Prediger von Buchenwald zu werden.

Aber nun zurück zum Pferdsfelder Pfarrhaus. Da gab es auch eine Sonnenseite: die Mutter. Paul kannte sie nur als Leidende. Nach der Totgeburt ihrer beiden ersten Kinder begann ihr unheilbares Gichtleiden. Die Tapfere schenkte dann noch drei Söhnen das Leben. Paul war das vierte Kind - er wurde am 29. August 1897 geboren-, sein jüngster Bruder ist sechs Jahre jünger.- Die Voreltern der Mutter waren Bauern in Hessen-Kassel, ihr Vater Hotelbesitzer in Düsseldorf. Früh verwaist, wurde sie im Waisenhaus in Mühlheim-Ruhr aufgenommen. Dort war sie später als Er- zieherin tätig. Sie war eine großzügige, fröhliche, tapfere Natur, herzensfromm, allem Schönen zugetan und erfinde- tisch, trotz aller Hemmungen ihren Kindern eine glückliche Kindheit zu bereiten. Da durfte man Raben zähmen, Eich- hörnchen fangen, Frösche halten, kurz, an allem erreichbaren

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