Glück und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und das vermochten die Eltern Rubinowicz ihren Kindern nicht zu geben, ja nicht einmal den geringsten Teil ihrer elterlichen Wünsche und Träume. Einzig und allein, weil sie Juden waren.
Es ist bekannt, daß die Familie Rubinowicz nicht im Überfluß lebte. In Bodzentyn erinnert sich heute nie- mand mehr, wann die Rubinowiezs aus Kielce nach Krajno, in dieses abgelegene Dorf in der Nähe von Bodzentyn, gekommen sind. Das muß jedenfalls lange vor der Zeit gewesen sein, da die mit dem schwarzen Hakenkreuz gezeichneten Scharen Europa überfielen. Es scheint, daß Dawideks Vater, Josek Rubinowicz, ein Stückchen Ackerland in Krajno besaß. Bauern in Krajno berichten, daß er dieses Land verkauft, sich dafür eine kleine Molkerei eingerichtet und mit seiner Familie in einem Zimmer mit Küche gewohnt hat. Sie lebten wie die Dorfbewohner und waren wie sie gekleidet.
Wie aus den Aussagen derer hervorgeht, die die Rubi- nowiczs gekannt haben, waren sie wegen ihrer Ehrlich- keit, Sauberkeit und Hilfsbereitschaft bei allen sehr be- liebt.
Noch heute erzählt man in Krajno, daß Dawids Mutter Tauba im Laufe der Jahre vielen Menschen bei Krank- heit und auch bei Verletzungen geholfen hat. Im Dorf war nicht einmal ein Feldscher, Tauba Rubinowiez aber hatte eine bescheidene Hausapotheke mit Ver- bandzeug, schmerzstillenden Mitteln, Jodtinktur, Pfla- ster und Salben. Gutnachbarlich hat sie geholfen, selbst- verständlich kostenlos.
Dawidek besuchte die Grundschule in Krajno, im Juni 1939 wurde er von der sechsten Klasse in die siebente


