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Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz / [übers. von Stanislaw Zyliński]
Entstehung
Seite
114
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vorbeigehender Gendarm sah, wie auf einem Hof eine jüdische Frau weglaufen wollte. Sofort befahl er, sie solle stehenbleiben, aber sie hörte das nicht und lief weiter. Als sie nicht stehenblieb, schoß er und traf beim ersten Mal. Er befahl, sie dort zu begraben, wo alle anderen liegen, die erschossen sind. Welch ein schreckliches Schicksal sie ge- troffen hat, daß sie ohne jeden Grund erschossen wurde. Als sie da auf dem Hofe lag, und sie hat doch 6 Kinder, durfte keines von ihnen an sie rankommen, und wenn eines rangehen wollte oder angefangen hatzu weinen, dannhateer es geschlagen.

1. Juni: Ein Tag der Freude: Wir erwarteten einen Brief vom Vater, aber es kam kein Brief, nur eine Postkarte vom Vetter mit Grüßen vom Vater und weiter nichts. Wir haben für Vater ein großes Paket vorbereitet, denn morgen fährt der Rat nach Skar- zysko. Wir haben ein leichtes Jackett verpackt, Wäsche, Halbschuhe, ein paar Kartoffeln, Brot und andere Kleinigkeiten. Mit Ungeduld wartete ich, daß es drei Uhr wurde, da kommt die Post. Viel- leicht kommt ein Brief vom Vater, vielleicht hat er Aussichten, freizukommen. Gegen Abend war ich zum Nachbarn gegangen, um Hausschuhe für die Schwester zu machen. Bei der Arbeit hörte ich ein Auto kommen und Gesang, da hab ich mir gleich