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Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz / [übers. von Stanislaw Zyliński]
Entstehung
Seite
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genommen und bin zum Schuster gegangen, daß er mir Riemen dranmacht. Ich saß beim Schuster, weil ich auf meine Pantoffeln wartete, da kam ein Junge aus Bieliny angelaufen und zum Schuster rein, weil er nicht wußte, wo wir wohnen, und sag- te, der Onkel soll schnell zur Gendarmerie gehen, er soll sagen, wessen Getreide das war, weil sie den Papa vorläufig verhaftet haben. Sofort sind wir nach Hause gelaufen mit dieser schlimmen Nach- richt. Alle erschraken darüber. Der Onkel ging gleich zur Gendarmerie, und die Tante ging auch mit. Und wir Kinder sind allein geblieben, nur mit der Großmutter. Abendbrot haben wir gar nicht gegessen, um 12 Uhr habe ich mich schlafen gelegt.

17. Juni: Aus Poludniowa ist Zelman zu uns gekom- men, wir waren sehr neugierig, warum er kam. Er sagte, daß aus Bieliny einer mit dem Fahrrad gekommen ist und gesagt hat, daß wir alle besseren Sachen, Kleidung und Wäsche verstecken müssen, weil die Gendarmerie noch einmal herkommen wird. Noch als er da war, haben wir alle besseren Sachen versteckt. Ich bin öfters rausgegangen, zu sehen, ob sie kommen, aber sie waren nicht zu sehen. Im Dorfe herrschte furchtbare Panik, so, als wenn Banditen kommen sollten. Und dann sind sie