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Widerstand in Auschwitz / Bruno Baum
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Eines Tages wurden mit Hilfe des gekauften Banditen- kapos Schulz acht Frauen von der Nachtschicht des Be- triebes in den Bunker gebracht. Unmenschlich wurden diese weiblichen Häftlinge von den Banditen der politi- schen Abteilung geprügelt, doch nichts war aus den Frauen herauszubringen. Nach einigen Tagen Bunker- haft mußte man sie wieder ins Lager entlassen.

Damit hörten die Bemühungen der politischen Ab- teilung keineswegs auf. Sie bediente sich nunmehr ihres schon an anderer Stelle genannten Spitzels, des Unter- kapos Koch, der mit Hilfe seinerFreundin sehr bald auf einige Mädel stieß, die vor einiger Zeit in der Pulverkammer in Tagschicht gearbeitet hatten.

Vier Mädel wurden verhaftet, und obwohl sie schwiegen, gelang es der SS-Bande nachzuweisen, daß sie der Pulverkammer Material entnommen hatten. Ich erspare mir, zu beschreiben, was die politische Abteilung mit ihnen anstellte, um sie zum Sprechen zu bewegen. Es war aber alles vergeblich, sie schwiegen. Die Lager- leitung sah sich wieder in ihrer Hoffnung getäuscht, über diese Mädel unsere ganze Organisation aufzurollen.

Dann wurde ihre Hinrichtung angeordnet. Öffentlich sollten sie im Frauenlager FL 1 erhängt werden. In der Nacht vor der Hinrichtung gelang es uns, eine von ihnen über eine sichere Verbindung mit Häftlingen zu sprechen. Nachts im Bunker standen wir einem etwa zwanzigjähri- gen Mädchen gegenüber. Sie jedoch beschämte uns, denn als wir ihr Mut geben wollten, versuchte sie ihrerseits, unseren Widerstandswillen zu weiterem Kampf zu wecken. Sie sagte, sie sei stolz darauf, daß sie am Wider- standskampf teilgenommen habe und sterbe ruhig. Selten haben wir uns so erschüttert von einer Kameradin ver- abschiedet, wie es hier geschehen ist. Wir wußten, daß

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Sie: DR. A