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Widerstand in Auschwitz / Bruno Baum
Entstehung
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Mützen abnahmen. Sie hatten uns verstanden und grüß- ten wieder.

Verstärkte Sicherheitsposten wurden aufgestellt, als man die fünf Kameraden heranführte. Am Hinrichtungs- platz wurde noch einmal das Todesurteil verlesen: wegen Fluchtversuchs unter Verleitung von SS-An- gehörigen zum Zwecke der Zusammenarbeit mit Parti- sanen. Noch während der Verlesung des Urteils führte man den ersten Kameraden, einen Polen, unter die Schlinge.Es lebe Polen! rief er. Der Henker schlug ihm ins Gesicht.Es lebe der Sozialismus! rief der zweite, es lebe die Sowjetunion! der dritte. Einzelne Stimmen versuchten sie niederzuschreien. Und zwar waren es deutsche Berufsverbrecher, sogenannteGrüne. Dann rief noch ein Kamerad eine polnische Losung. Der letzte, dessen Bild sich uns allen am unauslöschlichsten ein- prägte, war Viktor Wessely. Als stiege er auf eine Redner- tribüne so frei und gelassen trat er auf den Schemel und rief mit seiner jugendlichen Stimme:Nieder mit der braunen Mordpest! Es lebe die Freiheit!

In diesen Tagen war in der Umgebung von Auschwitz der Teufel los. Fast alle Verbindungsleute mußten aus- gewechselt werden, denn der Gestapo war es gelungen einige Polen zu verhaften, unter denen sich wieder che- malige Häftlinge befunden hatten.

Vier tapfere Mädel

Doch sollten wir den Kelch noch bis zum letzten Tropfen leeren. Bei der Untersuchung der selbstgefertig- ten Handgranaten des Sonderkommandos stellte die SS

fest, daß diese Granaten Sprengstoff aus der Pulver- kammer des Betriebes Union enthielten. Nun ließen sie ihren Spitzelapparat spielen.