Was sich bei den Vernehmungen in der politischen Ab- teilung abspielte, ist müßig zu beschreiben. Aber alle Kameraden hielten die Folter aus, keiner zeigte sich schwach.
Es wurde Weihnachten. Wir fühlten förmlich, daß die sowjetische Offensive jeden Tag losbrechen würde, denn die sogenannte letzte Auffangstellung vor dem ober- schlesischen Industrierevier verlief schon quer durch das ganze Lagergebiet. Die Kameraden im Bunker waren zu- versichtlich. Im allgemeinen hatte die Verbindung zu ihnen gut geklappt. Wir informierten uns wechselseitig und halfen ihnen mit Nahrungsmitteln, Zigaretten und Zeitungen.
Unterkapo Koch, ein von der SS gekauftes Subjekt, wurde zu unseren Kameraden als Spitzel in die Zelle gesetzt. Auch durch ihn war für die SS nichts heraus- zuholen. Wie unsere tapferen Mädel von der politischen Abteilung meldeten, hatte Koch seinen Auftraggebern sogar falsche Berichte über die in der Zelle geführten Gespräche gegeben.
Erst als nach der Verhaftung einiger Partisanen bei ihnen belastendes Material gefunden wurde, wußten wir unsere Kameraden in unmittelbarer Gefahr. Für die SS war nun die Verbindung mit der polnischen Widerstands- bewegung klar erwiesen.
Am 29. Dezember erreichte uns die Nachricht, daß auf dem Appellplatz Galgen errichtet würden, wie ein furcht- barer Schlag. Zwar wurden sie noch einmal abgerissen, aber am 30. Januar richtete man sie wieder auf. Das ganze Lager war angetreten, als die Kameraden aus dem Bunker kamen. Von der Desinfektion ließen wir als letzten Gruß die Dampfsirenen ertönen. Als sie an uns vorbeikamen, grüßten wir sie alle, indem wir unsere
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