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Widerstand in Auschwitz / Bruno Baum
Entstehung
Seite
99
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der Rolle des Lockspitzels. Er erhielt dafür das Kriegs- verdienstkreuz und einen vierzehntägigen Erholungs- urlaub.

Alle nahmen noch am gleichen Abend Gift. Der pol- nische Kamerad Zbyszek Raynoch aus Krakau starb, alle anderen kamen wieder zu Bewußtsein. Mit Raynoch starb einer unserer treuesten Kämpfer. Er gab sein Leben hin, damit es keiner Folter gelänge ihm ein Geheimnis zu entreißen, das seine Kameraden gefährdete.

Am gleichen Abend lagen im Leichenkeller des Blockes 28 noch zwei Tote, ein alter Arbeiter und ein junger ehemaliger Kapitän und Partisanenführer, die man am Treffpunkt erschossen hatte.

Die übrigen Freunde blieben am Leben. Bei ihnen hatte das Gift nicht ausgereicht. Ihr Los teilte der volks- deutsche SS-Mann, der sich als echter Mitverschworener erwiesen hatte.

Die folgenden Wochen waren voller Spannung. Bei den Verhören legten die Kameraden das Gewicht ihrer Aussagen darauf, daß es sich um eine Provokation, um eine Verlockung zur Flucht durch den SS-Fahrer ge- handelt habe.

Die Sache schien nicht ungünstig zu stehen, denn der SS-Fahrer war dafür bekannt, daß er Betrügereien ver- übte. Gelang es, ihn als Provokateur zu überführen, hätte es für unsere Kameraden vielleicht mit einem Straftrans- port nach Flossenburg oder einem anderen Straflager ab- getan sein können. Überall wären ihnen sicherlich wieder gute Kameraden zu Hilfe gekommen. Von uns wurde ebenfalls das letztmögliche versucht, auf SS-Offiziere ein- zuwirken, die sich direkt oder indirekt zugänglich zeigten. Letzten Endes war aber alles vergebens.

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