Sprengstoff, mit dem die polnischen Partisanen versorgt waren und der- wie an anderer Stelle bereits berichtet - ins Lager gebracht wurde, Handgranaten herzustellen. Viktor Wessely war etwa fünfundzwanzig Jahre alt und gehörte lange Jahre dem österreichischen Kommunisti- schen Jugendverband an. Er war der Schreiber der glei- chen Fahrbereitschaft.
Frömmel und Wessely kannten jeden der Fahrbereit- schaft zugeteilten SS-Mann und hatten sich einige durch verschiedene wechselseitige Gefälligkeiten gesichert. Sie unternahmen es, einen der SS-Fahrer für den Fluchtplan zu gewinnen. Die für das Unternehmen bestimmten Ka- meraden beabsichtigten, in einer großen Kiste verborgen, sich mit einem Lastwagen aus dem Lager zu einem ver- abredeten Treffpunkt bringen zu lassen. Noch ein zweiter SS-Mann, ein sogenannter Volksdeutscher aus Warschau, sollte mitwirken.
Als der Fluchttag wegen einiger technischer Schwierig- keiten hinausgeschoben wurde, drohte der SS-Fahrer, er werde bei weiterem Aufschub von der ganzen Sache zurücktreten. Leider gaben die Kameraden seinem Drän- gen nach.
Am 29. Oktober 1944 war es dann soweit. Gegen neun Uhr vormittags fanden sich die Kameraden Ernst Burger, Zbyszek Raynoch und Benedikt Brzezina am Treffpunkt ein. Eduard Pys aus Rzeszow hatte sich um zwei Minuten verspätet und kam zurück. Er hatte keine Spur mehr von den Freunden gesehen. Die Kameraden fuhren zum ersten Treff, wurden aber dort von der SS empfangen, und ohne daß sie es in ihrem Kasten bemerkten, über die Gestapo der Stadt Auschwitz wieder zurück ins Lager zum Bunker(Block 11) gefahren. Kurz nachdem lieferte man Frömmel und Wessely ein, die an der Fluchtvorberei- tung beteiligt waren. Der Verräter war der SS-Fahrer, in
98


