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Widerstand in Auschwitz / Bruno Baum
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Mit den etwa einhundertvierzigtausend Häftlingen im gesamten Lagerbereich waren wir für die Partisanen- bewegung ein äußerst wichtiger Faktor. Nach unserer Befreiung hätten wir gemeinsam mit den Polen den in Warschau schon Tatsache gewordenen Aufstand ins ober- schlesische Gebiet tragen können.

Auf dem Rückweg wurde jedoch unser Kurier von SS-Leuten angeschossen und gefangengenommen. Man fand bei ihm die Pläne und transportierte ihn in den Krankenbau des Lagers. In den darauffolgenden Ver- nehmungen hat er viel Schweres ertragen müssen, hielt aber tapfer durch und verriet nichts.

Erst befürchteten wir, daß nach der Entdeckung unserer Pläne neue Massenvernichtungen von Häftlingen folgen würden. Das war jedoch nicht der Fall. Die SS ergriff aber nun unmittelbar solche Maßnahmen:

1. sofortige Verstärkung der Postenkette. Sogar die große Postenkette, die in weitem Umkreis um das Lager sonst nur am Tage stand und nachts ein- gezogen wurde, blieb einige Wochen hindurch die ganze Nacht stehen. Dadurch war das Lager Tag und Nacht von einer doppelten Postenkette um- geben,

2. genauestes Durchsuchen der Häftlinge, wenn sie nach der Arbeit wieder ins Lager einrückten,

3. Verstärkung der Spitzeltätigkeit gegen uns.

Erstaunlich war, daß selbst nach diesen Maßnahmen

nichts hochflog und außer den obengenannten zu- nächst keine weiteren Maßnahmen erfolgten. Später stellte sich jedoch heraus, daß die SS unsere Absichten auf andere Weise durchkreuzt hatte.

In kurzen Abständen wurden plötzlich mehrere tausend

Polen nach Groß-Roosen geschickt. Ebenso begann die SS, einen großen Transport von Juden und anderen

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