sich der Geflohene noch innerhalb der großen Posten- kette. Wenn die Fluchtsirenen erschallten- meist geschah das bei der Entdeckung der Flucht vor dem Abendappell, mußte der Flüchtling bereits im Bunker sein.
Einige Stunden wurde dann durch die SS unter Zu- hilfenahme von deutschen Blockältesten und Kapos das Gelände abgesucht. Dabei ergab sich häufig das Kurio- sum, daß gerade die Blockältesten, die sich der Wider- standsorganisation angeschlossen hatten, den Gelände- streifen zur Untersuchung übernahmen, in dem sich der Flüchtling aufhielt. Durch diese Taktik wurde er erheb- lich geschützt.
Nach jeder Flucht blieb die große Postenkette drei Tage und drei Nächte stehen. Dann wurde sie nachts wieder eingezogen. In der vierten Nacht verließ dann der Kamerad sein Versteck und begab sich an eine vorher festgelegte Anlaufstelle außerhalb des Lagersystems, von wo er bei günstiger Gelegenheit weitertransportiert
wurde.
Einmal passierte es uns in Birkenau, daß bei einer Flucht von drei Kameraden zwei erschossen und einer angeschossen wurde. Der Verwundete wurde sechs Wochen in einem„Bunker“ außerhalb"der kleinen Postenkette von Angehörigen unserer Widerstands- bewegung gepflegt, bis er fähig war, das Lager ganz zu
verlassen.
Die geflüchteten Polen und andere Kameraden er- reichten fast alle ihren Bestimmungsort, teils in den Städten und zum Teil bei den Partisanen. Einige blieben auch beim Verbindungsapparat zwischen dem Lager und den Freunden draußen.- SS-Leute berichteten oft über Partisanenkämpfe, bei denen sie unter den Toten ehe- malige Häftlinge gefunden hatten.
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