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Widerstand in Auschwitz / Bruno Baum
Entstehung
Seite
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Noch unmenschlicher wirkte sich der Mordbefehl in Birkenau unter den Frauen aus, wobei das schrecklich- ste war, daß die für den Gastod Vorgesehenen in besondere Baracken ständig unmittelbar den Tod vor Augen- tagelang warteten, bis sie den Weg in die Gaskammern antreten mußten.

Selektionen gab es im Lager nicht erst nach Errich- tung der Gaskammern. In der ersten Zeit fanden sie aber hauptsächlich im Krankenbau statt, so daß sich viele Kranke gar nicht dorthin wagten. Es war bekannt, daß der Weg in den Krankenbau für viele gleichbedeu- tend mit dem Weg in den Tod war.

Die Zentralkommission für Untersuchungen der Nazi- verbrechen in Polen schreibt dazu:

Der Lagerarzt, SS-Obersturmführer Dr. Endress, erfand eine neue Methode, das Lager von arbeits- untauglichen Häftlingen zu befreien, und zwar durch Einspritzung von Phenol. Anfangs spritzte man den Opfern 10 bis 12 ccm eines 30prozentigen Phenol- präparats in die Adern. Nach einiger Zeit wurde diese ursprüngliche Methode dadurchverbessert, daß man den Opfern direkt ins Herz Einspritzungen machte.

Die Zahl der durch Endress zu Phenoleinspritzun- gen ausgesonderten Häftlinge betrug an manchen Tagen bis 300 Personen. Die Einspritzungen führten zum großen Teil zwei Sanitäter, SS-Oberscharführer Joseph Klehr und SS-Oberscharführer Herbert Scherpe, aus. Ihr Helfer war in der ersten Zeit Stessel und später Panszczyk. Stessel prahlte vor den Häftlingen, daß erroooo Kranke durch Phenol- einspritzungen erledigt habe. Panszczykbeför- derte mehr als 12000 kranke Häftlinge auf die gleiche Weise ins Jenseits.

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