In großen Transporten kamen sie in Viehwagen an. Die Wagen fuhren bis an die berüchtigte Rampe von Birkenau, wo die Häftlinge ausgeladen wurden. Sicher- heitshalber wurde in großer Zahl SS, mit Maschinen- pistolen und Maschinengewehren ausgerüstet, eingesetzt. Als erstes hieß es dann: alles Gepäck ablegen. Dann begann das sogenannte ärztliche Aussondern. Im wesent- lichen bestand es darin, daß nach einem vorher fest- gelegten Prozentsatz die Kräftigsten des angekommenen Transportes ausgesucht wurden, während alle übrigen sofort in die Gaskammern kamen.
Wenn die Lagerleitung jedoch infolge vieler Massen- transporte nicht unmittelbar neue Arbeitskräfte brauchte, wurden mitunter ganze Transporte— ohne daß auch nur ein einziger Mensch lebend davonkam- vergast. Im allgemeinen war es so, daß im Durchschnitt 10 Prozent der kräftigsten Männer und Frauen ins Lager kamen, während ihre Angehörigen und alle andern Leidens- genossen sofort vernichtet wurden.
Die ausgesonderten Häftlinge kamen dann entweder in die Quarantäne des Stammlagers oder aber in den mei- sten Fällen in die Quarantäne nach Birkenau. Diese Quarantäne mit ihrer unerhört zermürbenden Lebensart war eine Gesundheitsprobe und zugleich auch die Vor- bereitung auf eine neue Selektion. Viele Häftlinge wollten selbst hier, beim Anblick der rauchenden Schlote der Todesfabriken, immer noch nicht glauben, daß ihre An- gehörigen nicht mehr unter den Lebenden weilten.- Sehr bald begann dann die Auswahl derjenigen, die für geeignet befunden wurden, für die IG-Farben bei Buna oder für Krupp, für Siemens oder auch sonstwie zu arbeiten.
Ständig wurde auch der Krankenbau des Lagers nach Arbeitsunfähigen durchgekämmt und Hunderte kranker Häftlinge ins Gas geschickt.
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