Sowjetunion, zu dem linken Flügel der polnischen Soziali- stischen Partei und zum„Bund“!, mit dem wir ununterbrochen einen scharfen ideologischen Kampf ausfochten. Besonders verbissen und unbarmherzig führten wir ihn gegen die reak- tionären Elemente im„Bund“, die sich noch im Ghetto direkt negativ zur Sowjetunion verhielten.
Wir beschränkten uns jedoch niemals nur auf theoretische Diskussionen. Wir waren gleichzeitig Menschen der Tat. Wir faßten daher in der nächsten Versammlung, bereits als Be- standteil der Polnischen Arbeiterpartei, einen Beschluß über unsere Umgestaltung in eine Kampforganisation des Ghettos. Wir machten ein verlassenes leeres Gebäude in der Nowolipie- straße 53 ausfindig und schufen darin das Hauptlager unserer Kampforganisation. Wir schritten sofort zur Sammlung ent- wendeter deutscher Uniformen, hauptsächlich solcher von der SS, sowie von Waffen. In demselben Haus, aber in einem anderen Raum, richteten wir eine geheime Lesestube der Polnischen Arbeiterpartei ein. Dort las ich zum erstenmal die Zeitung„Einigkeit“— ein antifaschistisches Organ des Ghettos. Die Versammlungen unseres Zirkels betreute im Auftrag des Bezirkskomitees der Polnischen Arbeiterpartei im Ghetto Genosse Dawid Wliosko(Pseudonym: Tadek).
In meinem Leben sowie im Leben der Genossinnen und Ge- nossen aus dem„Spartakus“ begann jetzt ein völlig neuer Zeitabschnitt. Mit verdoppelter Energie warfen wir uns in den Strudel der neuen Arbeit. Ich wurde für eine gewisse Zeit von meiner Kampfgruppe abberufen, um als Verbin- dungsperson der technischen Zentrale unserer illegalen poli- tischen Organisation tätig zu sein. Ich stand in dieser Zeit mit zwei Personen in Kontakt. Der Genosse Tadek übergab mir vervielfältigte, von der polnischen Arbeiterpartei
1„Bund“= Organisation Polnischer Sozialisten, deren rechter Flügel u. a. nur zur„psychologischen Selbstverteidigung“ aufrief und damit eine reaktionäre Politik betrieb.


