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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
Seite
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verbracht und dann in der illegalen Organisation gearbeitet hatte, lebt mehr.

In den Verband der Sozialistischen Schuljugend trat ich als Schülerin der 6. Gymnasialklasse ein; ich war damals noch fast ein Kind. Konnte ich denn da schon die Bedeutung meiner Zugehörigkeit zum Verband der Sozialistischen Schul- jugend verstehen? Und dennoch wurde der Verband zu mei- nem zweiten Heim. Wie war ich verzweifelt, als das Unglück der nazistischen Okkupation über uns kam und ich den Kon- takt mit dieser zweiten Heimstatt verlor! Unmittelbar vor Kriegsausbruch wurde ich in eine andere Organisation ein- bezogen: in denSpartakus. Aber nach wenigen Monaten verlor ich leider auch mit demSpartakus die Verbindung. Sechs Monate trieb ich mich traurig herum wie nach dem Ver- lust von etwas sehr Liebem und Nahestehendem; alles in mir brannte vor Verlangen nach Aktivität, nach Fortsetzung der herrlichen, vomSpartakus entwickelten Tätigkeit. Eines Tages kam ein Mädchen zu mir, eine Arbeiterin, von der ich nur wußte, daß sie Edka mit Vornamen hieß. Vom Sehen kannte ich sie schon seit langem, sie war Schneiderin. Sie ist nahm mit mir Verbindung auf, sprach mit mir lange über a verschiedene Themen, interessierte sich für meine Anschau- ung und brachte mich schließlich mit der Organisation zu- sammen. Wie glücklich war ich, als ich erfuhr, daß mein Spartakus seine Tätigkeit nicht für eine Stunde unter- brochen hatte, daß viele meiner früheren Genossen und Ge- nossinnen lebten und weiterhin in der Organisation tätig und aktiv seien, daß sich unsere Bewegung mit noch größerer Kraft als früher entwickelte und daß immer neue Menschen zur Arbeit in der Organisation herangezogen würden. Der Tag, an dem ich den verlorenen Kontakt mit meinem nSpartakus wiedergefunden hatte, war einer der glück- er. lichsten Tage in meinem schweren und tragischen Ghetto- i leben.