ins Feuer. Jetzt stieg der Untersturmführer selbst hinunter. Schweigend begann er fünf Leute auszusuchen, vor allem ältere, das heißt fünfzigjährige, und stellte sie in einer Reihe auf. Dann fragte er:„Wer von euch schimpft?“ Ein Mann von 35 Jahren stand auf.„Ich“, sagte er und fügte leise hin- zu:„Vielleicht werde ich diese Marter endlich los.“
Der Untersturmführer rief ihn auch heraus, stellte ihn in dieselbe Reihe und gab noch einen hinzu. Jetzt standen dort schon sieben Mann. Sie standen mit den Gesichtern zum Feuer gewandt, als wenn sie in ihre Zukunft blickten. Uns hatten sie den Rücken zugekehrt.
Jetzt begann der Untersturmführer eine Ansprache, die an uns gerichtet war:„Einer von euch ist geflüchtet, für ihn werden jetzt diese Leute erschossen. Wenn von heute an noch einer einen Fluchtversuch macht, werden für ihn zwanzig Personen erschossen. Wenn ich erfahren sollte, daß ihr irgendwelche Fluchtpläne schmiedet, so werden alle erschos- sen.“ Nach diesen Worten drehte er sich zu den sieben Mann um, die mit dem Rücken ihm zugekehrt standen, und schoß der Reihe nad alle nieder, wobei er den Schuß auf ihr Ge- nick richtete und den Männern dann noch einen Fußtritt gab, damit sie nicht auf seine Seite umfielen. Als er fertig war, ließ er vier Leute vortreten, die alle ins Feuer trugen, dessen Flammen kaum ein paar Schritt weit entfernt emporschos- sen.
In derselben Zeit strich der Untersturmführer um uns herum, als wenn er noch jemanden suchte. Plötzlich zeigte er mit dem Finger auf Marek und sagte:„Komm!“
Marek stand auf:„Ich?“
„Ja, du, du!“ antwortete ihm der Untersturmführer.
In den Augen des Jungen zeigten sich Tränen. Während er auf die Seite ging, wo vor einem Augenblick jene sieben ge- standen hatten, fragte er nochmals mit weinender Stimme:
„Warum doch ich?“
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