hatte der Untersturmführer befohlen, ihm eine leichte Arbeit zu geben und ihn nicht zu schlagen. Er arbeitete als Gehilfe des Maschinisten. Der Scharführer gab ihm öfter Zigaretten, Brot mit Butter und Schinken. Der Junge galt als Glückskind. Alle hatten ihn gern. Als der Scharführer ihn gefragt hatte, ob er versteckte Juden verraten könne, antwortete er mit der Gegenfrage, ob denn der Scharführer, wenn er an seiner Stelle wäre und wüßte, daß so oder so der Tod auf ihn warte, seine Brüder verraten würde.
Nach einem solchen Gespräch kam er gewöhnlich zu uns und erzählte, daß er sich mit dem deutschen Köder nicht fangen ließe und daß man ihn am Ende doch sowieso töten würde. Unser Scharführer war ein wenig größer als von mittlerer Statur, gut gewachsen, hager, von Beruf Baumeister. Er kannte sich ebenfalls etwas in der Mechanik aus. Er war nicht der schlimmste Sadist, auch schlug er weniger als die anderen. Er hieß Jelitko, das war jedoch sein Parteiname. Er stammte, wie die Mehrzahl der uns zugeteilten Deutschen, aus Berlin. Wenn sich jemand von seinen Kameraden näherte, tat er, als ob er uns anschrie und zur Arbeit antriebe. Am häufigsten kam ein Schupo namens König zu uns, der die Maschinen bediente und jeden mit dem Knüppel schlug, der ihm in die Hände geriet, gleichgültig, ob er arbeitete oder nicht. Er sah wie ein Bauer aus, stammte aber aus Berlin. Er denunzierte die Schupos beim SD, so daß sich sogar die Schupos vor ihm fürchteten und sich vor ihm in acht nahmen.
Einmal ereignete sich folgender Fall. Ich trug hinter dem erwähnten Schupo einen 6 Meter langen Balken zum Bau. Bei dem Bauwerk standen zwei Scharführer, ein Hauptschar- führer und der Untersturmführer. Aus Unachtsamkeit ließ ich den Balken aus den Händen, und er fiel zwischen die Da- stehenden. Sie schrien vor Wut. Ich begann mich zu entschul- digen, aber das nützte mir nichts. Jeder von ihnen versetzte mir zehn Peitschenhiebe. Ich war mir sicher, daß sie mich
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