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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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zwei Kübel. Jeder sprang auf die Kübel zu, denn seit Mittag war noch niemand ausgetreten. Jeder hatte Angst gehabt zu melden, daß er es nötig hatte. Nach kurzer Zeit waren die Kübel voll und liefen über, so daß sich die Zelle in einen Tümpel verwandelte. Wir hörten die Stimme des Schupos, der am Fenster stand:Was ist hier? Sofort Ruhe! Es fielen zwei Schüsse, die in die Decke unserer Zelle gingen.Sofort liegt alles! In der Zelle herrschte sofort Totenstille. Zu zweit legten wir uns geräuschlos auf die Strohsäcke. Jeder Strohsack war 1,60 m mal so cm groß. Wir lagen schwei- gend. Hinter der Wand hörte man Kinder weinen. Ob es vor Durst war oder vor Hunger? Sie saßen schon seit drei Tagen hier. Sie warteten, bis eine entsprechende Anzahl von Men- schen zusammenkam. Dann würden sie auf die Piaski ge- bracht. Man hörte das Stöhnen der Frauen und Männer, die man dermaßen geschlagen hatte, daß sie weder sitzen noch liegen, noch stehen konnten.

Nach einigen Augenblicken fing ich ein Gespräch mit meinem Nachbarn an, von dem ein entsetzlicher Gestank ausging, weil er bei den Leichen gearbeitet hatte. Wir rochen nicht einmal mehr den Kübel, weil der Leichengeruch den Gestank der Kübel betäubte. Als wir in die Baracke hereingekommen waren, hatten wir aus der Nachbarzelle Rufe gehört:Pfui, wie das stinkt! Was riecht hier so?, obwohl man auch dort seine Notdurft in der Zelle verrichtete. Die Unterhaltung begann ich mit der Frage, wie man sich retten könne. Lang- sam gingen wir auf das Thema der zweistündigen Arbeit in der Schlucht über.

Mein Nachbar begann seine Erzählung mit den Worten:

Eine wahrhaftige Hölle! Kaum wären sie in die Schlucht hinuntergestiegen, hätte man sofort zwei Männer gerufen. Sie wären hinaufgegangen. Dort hätte in der Nähe der Schlucht ein Auto gestanden, und auf dem Auto hätte eine

Leiche gelegen, mit zertrümmertem Schädel. Es sei Groß,

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