wie ein Mann und stellten sich zu fünfen auf. Aus einer großen, sehr tiefen Schlucht, die sich einige hundert Meter weit hinzog, stieg dichter, übelriechender schwarzer Rauch empor. Diese Schlucht war ein einziges Massengrab, das Tausende Leichen barg. Seitwärts auf der Anhöhe lagen große Holzstapel. Nicht weit davon entfernt stand eine Ma- schine, die ein Schupo in schwarzer„Verschalung“ bediente. Neben der Maschine sah man Ölfässer, die durch Alumi- niumrohre mit ihr verbunden waren. Das Öl, das die Ma- schine pumpte, wurde durch Aluminiumrohre ins Feuer ge- leitet. Das Feuer zischte. Oder zischten vielleicht diejenigen, die dort verbrannten? Vielleicht wurden sie lebendig ver- brannt? Nach kurzer Zeit würde ich sicherlich alles wissen. „Habt keine Angst“, begann der Untersturmführer seine Ansprache.„Ihr werdet hier arbeiten, und wenn die Arbeit zu Ende ist, werdet ihr wieder ins Lager zurückgehen.“
Wir hörten mißtrauisch zu. Wir kannten sie schon genau. Waren die in den Tod Abtransportierten nicht ebenfalls zur „Arbeit“ gefahren? Am Ende befahlen sie uns, alles, was wir außer Taschentuch und Zigaretten in den Taschen hatten, abzugeben. Sie sagten, daß sie gut suchen könnten und wüß- ten, wo man etwas versteckte, daher rieten sie uns, daß wir uns nicht einer Kugel aussetzen und alles vor ihnen auf die Erde legen sollten. Wir warfen alles hinaus, was wir besaßen, sogar Taschentücher und Zigaretten, denn wir waren überzeugt, daß wir in den Tod gingen. Nachher fiel die Frage:„Wer war von euch Vorarbeiter?“ Es traten zwei vor— der eine, ein jüngerer blondhaariger Mann, unser späterer Oberjude! Herches, und der andere, ein älterer, der etwa 40 Jahre zählen mochte, ein gewisser Lustmann.
Wer kannte nicht ihre Tricks? Ganz gewiß würde der eine seine Brigade zu der einen Feuerstätte führen und der zweite zu der anderen. Denn hier gab es zwei Feuerstätten.
1 Jüdischer Leiter einer Arbeitseinheit.
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