Gleichzeitig tritt bei diesen Menschen die Fähigkeit hervor, ihre Gemütsbewegung möglichst zweckmäßig anzugleichen, die Fähig- keit, all das zu vermeiden, was den sogenannten physischen Zu- sammenbruch verursachen könnte.
Als die deutschen Faschisten die Sowjetunion überfielen, war Weliczker 15 Jahre alt. Er war das älteste von sieben Geschwistern. Außer dem Schulunterricht nahm er zwei Jahre lang Unterricht im Lwöwer Jeszybot ‚Tiferet Jisroel‘(‚Die Zierde Israels‘). In der Familientradition war das Gedächtnis und die Herrlichkeit des Großvaters, des hervorragenden Talmudisten Rabbiner Josel Mojsze Reiss aus Chrystianopol lebendig geblieben.
Nach höchst wechselvollem Schicksal als einziger von der Familie übriggeblieben, wurde Weliczker im Juni 1943 in die sogenannte Todesbrigade eingegliedert, die in der deutschen Version unter der Bezeichnung ‚Sonderkommando 1005‘ figurierte und die zur Aufgabe hatte, das Lwöwer Gebiet von den Massengräbern zu säubern, die darin befindlichen Zehntausende von Leichen zu ver- brennen und die Spuren der seit zwei Jahren in diesem Gebiet begangenen Morde zu verwischen.
In Gesellschaft der in dieser Brigade tonangebenden Berufsgauner und Beutelschneider, in der Atmosphäre so buchstäblicher Grabes- nähe, wo er Erzhäscher aus der berüchtigten Lwöwer Schule der Lagerhenker als Erzieher und Lebenswegweiser hatte, die seine Seele mit bestialischen Befehlen und Beispielen bearbeiteten, bewahrt der junge Bursche die zu Hause erworbenen moralischen Maximen, jedes Wort aus dem Munde seiner Mutter, zärtlich in seinem Herzen. Einer schrecklichen, unerfüllbaren Sehnsucht nach dem verlorenen Familienleben preisgegeben, idealisiert er es in seinen Erinnerungen und Träumen, wie es nur der Schmerz einer ungesättigten, unausgelebten Kindheit vermag, die Einbildungs- kraft eines vorzeitig Verwaisten. In dieser Sehnsucht und Ideali- sierung findet er den wirksamen Panzer gegen die von überallher auf ihn eindrängenden Niederträchtigkeiten.
Zwei Bemerkungen Weliczkers frappierten mich während meiner Gespräche mit ihm. Einmal, als er mir von den jüdischen Typen erzählte, die auf dem Piaski arbeiteten, charakterisierte er einen in negativem Sinn mit diesen Worten: ‚Er äußerte sich über die
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