zu beschaffen. Ein weiterer Faktor waren noch die Laune des Häschers, der die Selektion durchführte— ‚Zufall‘, ‚Glück‘, ‚Schicksal‘.
Entscheidend dafür, sich auf dem Boden dieses großen Todessiebes zu behaupten, in dem sich die jüdische Bevölkerung unter der deutschen Okkupation befand, waren außer den genannten be- rechenbaren und unberechenbaren, aber mehr äußeren Faktoren jedoch auch innere, psychische Faktoren: die moralische Qualität des einzelnen, seine Dosis an Lebenskraft, das Tempo des Denkens und der Ausführung einer Tätigkeit, die Schnelligkeit der Orien- tierung und des Entschlusses, die Elastizität in der Anpassung an die stets neue Lebenslage und darüber hinaus die Widerstands- kraft gegen Ermüdung wie auch die Widerstandskraft gegen tragische Gemütsbewegungen, die Fähigkeit, die eigene Empfind- lichkeit abzustumpfen und Affektreaktionen zu unterdrücken. Dies alles begünstigte die Ausdauer des einzelnen inmitten der ihn von allen Seiten attackierenden Gefahren der ungeheuerlichen und schrecklichen Karikatur eines Daseins, das sich Lagerleben nannte.
Wer der gefährlichen Form des Folterns entgehen konnte, wer sich im Charakter und in den augenblicklichen Stimmungen des Antreibers genügend ‚auszukennen‘ verstand oder sogar, was gefährlicher war, seine Gunst oder aber(denn auch das kam unter diesen aller menschlichen Wohlanständigkeit entblößten Verhält- nissen vor) seine unwillkürliche Achtung zu erwerben vermochte — der lebte bis zu einem gewissen Zeitpunkt.
Ein andermal wiederum erweckten würdige Haltung, zu sehr ins Auge fallende geistige oder körperliche Vorzüge des einzelnen den Neid der Lagermachthaber und beschleunigten seine Ver- nichtung.
Auch negative moralische Merkmale konnten dazu beitragen, sich am Leben zu erhalten. Wer sich als Spion, Denunziant, als Werk- zeug für Unterdrückung und Mißhandlung eignete, wer sich zu einer solchen oder einer anderen ‚Kollaboration‘ hergab, der blieb für eine gewisse Zeit verschont, hatte aber auch als Zeuge oder Helfershelfer die zu einer bestimmten Zeit erfolgende Liquidie- rung in Aussicht.
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