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Meines Vaters Haus : ein Dokument / Artur Joseph
Entstehung
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tums| derte. Die Gänge zum Notar, die das Schicksal einer gro- wäre ßen Firma besiegelten, wurden mir zur bittersten Qual, und Land vor der ersten Unterschrift rief ich aus der Kanzlei meine noch Frau an: ich sagte ihr, ich wolle einfach weglaufen und alles an- draufankommen lassen. Dann faßte ich mich wieder im Ge- öriht| danken an sie und unsere Kinder und setzte müde meinen Werte Namen unter die Paragraphen. Bei einer anderen Verhand- schäft lung solcher Art erklärten die Interessenten mir eindeutig, ich

müsse froh sein, überhaupt noch jemanden zu finden, der für m die jüdische Objekte bares Geld gebe.

zehnt So kam der Septembertag, an dem ich vor meinen Kölner ın ich Mitarbeitern stand, um mich mit einer kurzen Ansprache zu | war. verabschieden. Ohne auf die politische Seite der Vorgänge ie Ge- Bezug zu nehmen, beklagte ich mich über das Schicksal, das jeater, mich trotz allen Bemühens und vieler Erfolge das Geschäft uf der verlassen hieß. Der eine und andre sah zu Boden, als be- eligen schäme ihn, was geschah, zumal, als ich die schönen Stun- ffe. In den der Zusammenarbeit zurückrief und nichts zu vergessen d kul- bat; mit dem Dank für oft jahrzehntelanges Zusammenhalten h hef- schloß ich. Ich hatte nicht wie früher am Vortragspult ge- } eine standen, während des Sprechens war ich zwischen meine h den Mitarbeiter getreten, lehnte mich gegen Ende an eine Fenster- e um bank. So weilte ich noch einmal unter ihnen- es war ein ne ge: Augenblick, an den zu denken mich heute noch erregt. Als n Ber- ich schwieg, war Totenstille- dann entfernte sich einer nach bean- dem anderen, und schließlich reichte eine Mitarbeiterin, die ‚amter über fünfundzwanzig Jahre im Dienst des Geschäfts verbracht im hatte, mir einen Blumenstrauß, an den ein persönlicher Ab- eichen schiedsgruß geheftet war. Das war gewiß eine schöne Geste, h viel die ich nie vergessen habe. Jedoch- sie half mir nicht.

Richt Ich ging hinüber ins Büro des Vaters. Seit seinem Tod

arbeitete ich darin, ohne daß ich aufgehört hätte, es als das seine zu betrachten. Alles war geblieben, wie er es zehn

2 Jahre zuvor verlassen hatte. Das Kalenderblatt auf sei- durfte nem Schreibtisch zeigte noch den Todestag, den 13. August ad 1928 an, und die Schreibmappe barg die letzten Briefe, die 2 46 er diktiert, aber nicht mehr gezeichnet hatte. Da stand sein

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