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geschah unter der Aufsicht eines Beamten der Zollfahndungs- stelle, der streng darauf achtete, daß nichts eingepackt wurde, was nicht auf der Liste stand. An Bargeld durften nur zehn Mark pro Kopf mitgenommen werden.
Und das alles war erst ein Anfang zu dem, was später kam: als Juden, Hab und Gut im Stich lassend, bei Nacht und Nebel flüchteten und aus Angst vor der Deportation in die Vernich- tungslager nur mit dem über die Grenze gingen, was sie am Leibe trugen.
Die Sorge um den nächsten Tag und um das Leben be- herrschte das jüdische Dasein, um so mehr, als die Evian-Kon- ferenz von 1936, die das Problem einer organisierten Massen- emigration lösen sollte, am Verhalten der in Frage kommen- den Mächte scheiterte, die im übrigen zu der Nazi-Regierung die normalen diplomatischen Beziehungen unterhielten und schon dadurch die Menschen entmutigten. Nun begünstigten sie, wenn nicht absichtlich, so doch tatsächlich, deren Pläne: den deutschen Juden blieb die Welt verschlossen, und verhält- nismäßig wenige fanden das Tor zur Freiheit. Aber sie alle haben die Zeit des Untergangs in Würde ertragen, und nie- mand, der es erlebte, wird ihnen diesen Ruhm versagen. Ich selbst habe an vielen, vielen Zusammenkünften und Bespre- chungen in engerem oder weiterem Kreis teilgenommen, und nie war irgendwo einer, der sich zu einem Haßausbruch gegen das deutsche Volk hätte hinreißen lassen, auch da nicht, wo man unter vier Augen war. Niemand wird aber auch die Ver- düsterung, in der damals die Gesamtheit der deutschen Juden lebte, beschreiben können. Nie wird Menschenhand sie in Bil- dern wiedergeben, nie wird eine Zunge das Heldenlied singen können, das Lied von jenen Männern und Frauen und Kin- dern, von denen auch die Jüngsten schon wußten, was vor sich ging. Der unendliche Zug der Bedrückten und Gemarterten, derin den Gaskammern der Konzentrationslager endete, ist in die Ewigkeit der Geschichte eingegangen.
Im Deutschland von damals noch zu bleiben gebot mir ein Gefühl und Bewußtsein der Verpflichtung. Nach allem, was ich über mein Verhältnis zum Geschäft als Erbe und Aufgabe
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