Pferde. Wir wurden, einzeln und vereint, in allen Sparten und Fächern geprüft. Zum Schluß hielt der Hauptmann eine Rede, in der es hieß, daß wir nun fertig seien und auf unsere Ab- berufung an die Front warten müßten. Wir hatten das Rekru- tenabitur abgelegt. Wie es schien, war niemand durchgefallen.
An einem nebligen Tage bin ich bald darauf mit Kamera- den meiner Gruppe vom Bahnhof Köln-Deutz zur Front transportiert worden. Zum ersten Male trug ich eine nagel- neue, feldgraue Uniform, dazu den Helm mit der Spitze und den feldgrauen Bezug darüber. Den Stahlhelm sollten wir erst an der Front bekommen. Infolge der Materialknappheit ver- fügte das Heimatheer nicht über die neue Kopfbedeckung. Der Feldwebel, der mir später an der Front einen Stahlhelm«ver- paßte,, bemerkte, ich hätte Glück, gerade einen«schnappen» zu können, es sei soeben jemand schwer verwundet worden.
Die Stimmung der Reisenden war nicht die beste. Zu einem unternehmungslustigen Soldaten gehört nun einmal ein vol- ler Magen, und die Kameraden machten bittere Bemerkungen über den Rübenwinter und die schlechte Verpflegung. Oben- drein befanden sich«Fronthasen» unter uns, die aus dem Ur- laub zurückkehrten und vom Trommelfeuer nichts Schönes zu berichten wußten.
Wir hatten kaum die belgische Grenze überfahren, als sich herausstellte, wie wenig wir jungen Soldaten auf die Tat- sächlichkeit des Krieges vorbereitet waren. Auf einem Bahn- hof ertönte plötzlich eine Sirene, ich sah viele Leute in eine bestimmte Richtung laufen und hatte keine Ahnung, was das bedeutete. Jemand zeigte in die Luft, wo zwei Flugzeuge unter dem Geknatter von Maschinengewehren nebeneinan- der herflogen— anscheinend bekämpften sie sich. Da die Flugzeuge sehr tief flogen, konnte man den Vorgang deutlich beobachten, und ich fand ihn sehr interessant. Als sie sich dem Bahnhof näherten, rief mir ein Kamerad wütend zu, ich sollte aussteigen. Da sah ich, daß viele Soldaten unter Güter- wagen, die neben unserem Zug standen, in Deckung gegan- gen waren. Ich folgte ihnen- von selbst hätte ich nicht ge- wußt, wie ich mich zu verhalten hatte.
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